Vivaldi: Juditha triumphans
Vivaldi schrieb «Juditha triumphans» für seine Schülerinnen im Ospedale della Pietà zu Venedig. Er konzipierte das Werk so, dass alle verfügbaren Instrumente zum Einsatz kamen. Der Orchestersatz ist von hohem Reiz. Doch was Vivaldi für die Singstimmen komponierte, lässt eine originelle Handschrift, wie sie uns etwa von Händel oder von Hasse vertraut ist, kaum erkennen.
Unter der elektrisierenden Leitung Attilio Cremonesis tat das Orchestra of the Antipodes für die jüngste Produktion der auf Alte Musik spezialisierten Pinchgut Opera alles, um die Qualitäten des Stücks auszukosten. Man bot exquisit musizierte Soli – zum Beispiel auf der Viola d’amore, dem Chalumeau oder der Barockmandoline –, und das mit vier Theorben, Cembalo und Orgelpositiv besetzte Continuo inspirierte die Streicher zu wahrhaft hinreißenden Klängen.
Bei den Vokalparts orientierte man sich an Vivaldis Vorstellungen: Alle Partien wurden von Frauen gesungen, bis auf die Rolle des Holofernes, dem der Counter David Walker gestalterisch, konditionell wie technisch allerdings wenig beeindruckende Konturen verlieh. Auch die selbstbewusst auftretende Mezzosopranistin Sally-Anne Russell als Judith hatte nicht ihren ...
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