Vermintes Terrain
In der Musik das Leben der Tschechen!» Bedřich Smetanas Motto markiert schlaglichthaft die Verbindung von Nation und Tonkunst. So schön dies auch klingen mag, so unvermeidlich führt die Formel auch auf vermintes Terrain: das der «Völkerpsychologie» – fatal, weil hier Halbfalsches und Halbwahres ineinandergreifen, wobei gerade Letzteres oft sogar gefährlicher ist. Erst im 19. Jahrhundert wurden Nationen mit unverlierbaren Eigenschaften, sprich Vorurteilen assoziiert. Der und das «Deutsche» sollten fundamentale Identifikation stiften, als Abgrenzung vom «Anderen».
Ausgerechnet in der menschheitsverbindenden Musik florierten die gegensätzlichen Zuordnungen. Italien, Frankreich, Russland avancierten zu «Musiknationen», komplex kodiert durch Institutionen der Hochkultur, prägende Komponisten und vitale Folklorepflege. Die Mischung, auch Eigenständigkeit, sah von Land zu Land anders aus. Holland und England etwa galten nicht unbedingt als Dorado autochthoner Komponisten.
Ähnliches kann man von der Schweiz sagen. Die Gründe hierfür sind mannigfaltig: Es fehlten feudale Residenzen, höfische Kunstrivalität, auch der zentralistische Sog einer mächtigen Hauptstadt sowie eine einheitlich ...
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Opernwelt Mai 2019
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Gerhard R. Koch
Am Anfang lief alles wie geschmiert. Intendant Alexander Pereira, stets auf der Suche nach neuen Märkten und Geldgebern für das Teatro alla Scala, konnte einen Kontakt mit Saudi-Arabien aufbauen. Ein knappes Drittel des Jahresbudgets der Mailänder Oper von zurzeit 125 Millionen Euro ist durch öffentliche Fördergelder gedeckt, den Rest muss das Haus selbst...
alpha
05.05. – 20.15 Uhr
Vineta – Versunkene Stadt
Der «Echo Klassik» in der Kategorie «Ensemble/Orchester des Jahres» ging 2014 an den Chor des Bayerischen Rundfunks für eine CD mit Chormusik von Alfred Schnittke und Arvo Pärt. Teile daraus finden sich auch im Soundtrack zu dem experimentellen Konzertfilm «Vineta – Vokale Visionen».
arte
05.05. – 17.40 Uhr
Andris...
Man muss sich die Szene nicht vorstellen, um zu wissen, wie viel Pfeffer auf den Tellern lag – die Namen der Beteiligten genügen: Joachim Kaiser, Marcel Reich-Ranicki, beide Träger des Ludwig-Börne-Preises, in ihrer Mitte, moderierend, August Everding. Drei verblichene Titanen des Kulturbetriebs, versammelt auf einer Bühne im beschaulichen Garmisch-Partenkirchen....
