Verdi: Otello
Verdis «Otello» fasziniert durch den Wechsel von geballter dramatischer Wucht und lyrischen Passagen. Dass das Theater Regensburg zur Spielzeiteröffnung diese Herausforderung bestanden hat, ist in erster Linie der musikalischen Seite zu danken. Das Orchester hatte einen großen Abend. Der Eingangschor kam mit Verve über die Rampe, legte die Richtung fest, in die GMD Raoul Grüneis die Tragödie musikalisch steuern würde.
Kontrapunkte zur Musik lieferte Regisseur Rupert Lummer im Verein mit seinen Ausstattern Hank Irwin Kittel (Bühne) und Peter Tibor Thanner (Kostüme): Das Stück spielt in einem klassizistischen Einheitsraum, Macht- und Schaltzentrale einer Militärregierung. Die Anlandung Otellos wird auf einer imaginierten Leinwand im Zuschauerraum live übertragen, was Militärs und einige Zivilisten «public viewing» verfolgen. Lummer lässt schon hier kaum Emotionen zu, hat sich offensichtlich für eine Trennung von Musik und Darstellung entschieden: Die Gefühle der Protagonisten spielen sich in deren Köpfen ab. Das evoziert zunehmend Distanz – erschwert den Zugang zum Kern des Dramas. Für die Scheinidylle im zweiten Akt steht ein gläsernes Gewächshaus, in dem Desdemona gefangen ist. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Wer in Taipeh bestehen will, muss clever sein, sagt Kuang-Ching Sung, erster Posaunist des Nationalen Symphonie Orchesters von Taiwan (NSO). Offen für alle Wechselfälle des Lebens und vor allem schnell. Wohl wahr. Das Tempo der Millionenstadt am Nordwestrand der Insel, die seit 1949, nach der Flucht der von Maos Volksarmisten geschlagenen Kuomintang, als...
Für die letzte Saison, die er als Künstlerischer Leiter des Edinburgh Festivals verantwortete, hatte Sir Brian McMaster bei einem jungen schottischen Komponisten mit rapide wachsendem Ruf ein neues Stück in Auftrag gegeben und das Royal Opera House in London als Partner gewonnen. Stuart MacRae, 1976 in Inverness geboren, wurde mit einigen Instrumentalwerken...
«Wotans kühne Kinder» lautete der Titel einer Veranstaltung der Bayerischen Staatsoper im Cuvilliéstheater, die ich Ende Juli 2000 moderieren durfte. Die kühnen Kinder waren Martha Mödl, Astrid Varnay und Ingrid Bjoner. An dieses Zusammentreffen musste ich in den vergangenen Monaten oft denken, als ich die Archive der Düsseldorfer Oper und des Theatermuseums nach...
