Verdi: La traviata
Der Abend lebt von Violetta. Die junge Sizilianerin Adriana D’Amato ist keine, die sich erst im Jenseits den Schlaf aus den Augen reibt wie «Lulu», kein hart ins Leben gestoßenes, Liebe mit großen Augen erlebendes Kind, als das Franco Zeffirelli die Kurtisane der Jubiläums-«Traviata» vor drei Jahren im Teatro Verdi in Busseto mit D’Amatos Landsfrau Stefania Bonfadelli anlegte. Sondern eine, die in ihrer starken Ausstrahlung verständlich macht, dass «die vom Weg Abgekommene» eigentlich eine der emanzipiertesten Frauenrollen der romantischen Opernliteratur ist.
Am Anfang meint man (zumindest in der von mir besuchten Vorstellung), sich an ihr Timbre noch gewöhnen zu müssen. Doch singt sie sich rasch frei, steigert die Eindringlichkeit ihrer vokalen Gestaltung von Akt zu Akt. Aus dem dunklen Samt der Mittellage entwickelt sie eine golden glänzende Höhe und sattelfeste Koloraturen.
Dass sie und die ganze Aufführung von jener Sentimentalität frei bleibt, die sonst häufig Produktionen dieses Werks begleitet wie ein Klageweib, ist auch Verdienst von Dietmar Pflegerl, der die Regieaufgabe vom ursprünglich vorgesehenen Georges Delnon übernahm. Er nähert sich dem Stück auf seine nun schon ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
In den meisten Abhandlungen wird über Heines Verhältnis zur Musik allenfalls am Rande berichtet. Hängt das mit seiner Biografie zusammen?
Heine als Betrachter der Künste, sei es der Malerei, der Bildhauerei, der Architektur oder der Musik, war anfangs ein relativ unbefangener Kenner der Materie. Doch seit er als Journalist arbeitete – das war schon relativ früh, als...
Die Werkgeschichte von Karl Amadeus Hartmanns «Simplicius Simplicissimus» nach dem Roman von Grimmelshausen ist nicht ganz unkompliziert: Dem Werk von 1935/36 fügte Hartmann 1939 noch eine ausgedehnte Ouvertüre hinzu. Aber erst 1948 konnte unter dem ursprünglichen Titel «Des Simplicius Simplicissimus Jugend» im Bayerischen Rundfunk die konzertante Uraufführung...
Die Reaktionen auf die Premiere von «Lohengrin» waren, vom fast erwarteten Buhkonzert des Publikums abgesehen, auch in manchen Kritiken und Leserbriefen auf einem beinahe so aggressiven Niveau, wie man es zu Claus Peymanns Zeiten vom Burgtheater kannte. Auch die Politik hat sich wieder einmal eingemischt.
Tatsache ist, dass ein bisher unbekannter Kultursprecher...
