Unbekannt, deshalb nicht minder interessant...
Seit mehr als einem Dutzend Jahren ist «der Klotz» eine Art Bibel für alle geworden, die sich beruflich oder zum Vergnügen mit der Operette beschäftigen. Die erste Auflage (1991, 756 Seiten) skizzierte anhand repräsentativer Beispiele das Profil der Gattung (Stoffe, Personal, Dramaturgie) und stellte 106 Werke in Inhaltsangaben und textlich-musikalischem Kommentar vor. Nach einem Verlagswechsel bringt es die neue Ausgabe auf 869 Seiten in größerem Format.
Der allgemeine Teil (etwa ein Viertel des Ganzen) blieb bis auf kleinere, meist stilistische Korrekturen unverändert; der zweite behandelt jetzt 127 Operetten und Zarzuelas von 52 (statt 41) Komponisten. Hinzugekommen sind vier Spanier (und ein Kubaner), drei deutschsprachige Komponisten, je ein Franzose, Kroate und Ungar; die Namen dürften selbst gut informierten Operettenfans kaum geläufig sein. Die Notenbeispiele wurden sämtlich neu gesetzt und sind jetzt viel besser lesbar als in der ersten Auflage; einige Illustrationen (meist Titelblätter von Klavierauszügen) sind hinzugekommen, und es gibt sechzehn (statt acht) schön gedruckte Farbtafeln. Die Informationen zu Aufführungsrechten, Ausgaben und Übersetzungen wurden sorgfältig ...
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Man kann leicht über Franco Zeffirellis Wiener «Carmen»-Inszenierung spotten, über den Aufwand – Kulissen, 500 Mitwirkende und acht Pferde –, der umgekehrt proportional zur inhaltlichen Leere der szenischen Deutung steht. Doch eines muss man Zeffirelli lassen: Als Filmregisseur der Live-Übertragung hat er den Dirigenten, weit über das übliche Maß hinaus,...
In vielen Dingen war Christian Morgenstern ein Prophet. Vor hundert Jahren dichtete er: «Die Luft war einst dem Sterben nah: ‹Hilf mir, mein himmlischer Papa!› Der Herr, sich scheuend vor Blamage, erfand für sie die Tonmassage, wobei die Luft famos gedeiht...» Die Tonmassage hat sich aber erst lange nach Morgensterns Tod auf das Prächtigste entfaltet und wird...
Es ist eine tieftraurige und ungewöhnliche Geschichte, die uns die Pariser Komponistin Isabelle Aboulker und ihr Librettist Christian Eymery sowie eine Hundertschaft von acht- bis vierzehnjährigen Sängerinnen und Sängern erzählen, eine Geschichte aus der fernen Historie und doch in mancher Hinsicht erschreckend aktuell: Vor der Côte d’Azur, zwischen Cannes und...
