Uferlos, abgründig, verloren
Vorsicht, Festspiele mit Gesundheitsrisiko! «Infektion!» – der Name des kleinen Festivals für Neues Musiktheater, das seit 2011 die Spielzeit der Berliner Staatsoper beschließt, klingt kokett, doch Intendant Jürgen Flimm trifft den Nagel auf den Kopf. Hier sucht er das von Musikchef Daniel Barenboim mit Tradition aufgeladene Provisorium «Schiller Theater» zeitgenössisch zu durchlüften – künstlerischer Ertrag und Publikumszuspruch geben ihm Recht.
Das historische Opernhaus Unter den Linden wird wohl noch lange Sanierungsfall bleiben, die abnormen Bauarbeiten ziehen sich hin, ein Termin für die Wiedereröffnung ist nicht in Sicht.
Flimm wäre kein Mann schöner Ideen, wenn er aus der Not nicht Gewinn gezogen hätte. So machte er die schmutzige Baustelle des ehemaligen Magazin- und Verwaltungstrakts jetzt zum Spielort für Salvatore Sciarrinos «Macbeth». Thema der 2002 uraufgeführten Shakespeare-Kammeroper: der Mensch als mörderische Bestie, als Ruine. Regisseur im ehemaligen Orchesterprobensaal: Jürgen Flimm. Und er hatte gleich noch ein Sciarrino-Stück ins Festival genommen: «Lohengrin« von 1983, die «unsichtbare Aktion» für eine Solistin, Instrumente und Stimmen. Dazu eine von Katie ...
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Opernwelt August 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Wolfgang Schreiber & Albrecht Thiemann
Vorerst läuft die Killerpartie für sie noch unter «Experiment». Zweimal zum Debüt, wie gerade absolviert, bei den Münchner Opernfestspielen, im Herbst folgt eine Serie an der Met. Immerhin ist das öfter als bei der Callas, die sich Verdis Lady Macbeth kein halbes Dutzend Mal live zugetraut hat. Und so überraschend ist das Wagnis bei Anna Netrebko nicht. Die Stimme...
Ein freier Tag in Zürich. Ich streife durch die Geschäfte, auf der Suche nach einem Souvenir. Eine Rolex! Kein Geld, die Gage gibt’s nicht her. Manche kriegen sowas geschenkt, aber ich bin (noch!) nicht berühmt genug. Ein Raclette-Grill? Zu sperrig. Eine Kuckucksuhr? Zu hässlich. Dann eben ein richtig gutes Schweizer Taschenmesser. Das war vor zwanzig Jahren. Auf...
Impressum
55. Jahrgang, Nr 8
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752270
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 07.07.2014
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
