Totentanz

Mainz | Verdi: Un ballo in maschera

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Nichts liegt näher in Verdis «Un ballo in maschera» als die Assoziation mit dem Totentanzmotiv – das Leben, ein bewusstloser Tanz in den Abgrund. Statt des Mondänen das Makabre: Diese Akzentuierung  war selten so überdeutlich zu erleben wie in Tatjana Gürbacas detailreicher, fast choreografisch präziser, freilich auch überladener Neuinszenierung am Staatstheater Mainz.

Es begann fast klamaukhaft. In einem untiefen Vorzimmer die versammelten Schranzen, unter ihnen Verschwörer mit bedrohlich blinkendem Höllenmaschinenkoffer.

Riccardo (darstellerisch höchst aktiv und mit schmelzend-strahlendem Timbre: Sergey Drobyshevsky) tritt auf als Operettenherrscher, seine Staatsgeschäfte eine Dauerparty. Page Oscar als kesser Punk (schlank und koloraturensicher: Tatjana Charalgina) zieht den Justizchef rabiat in die Trubel-Scharade hinein und reißt ihm im Konfettiregen die Perücke vom Kopf. Der Aufbruch zu Ulrica, ein aufgekratzter Karnevalszug.

Mit dem Bild bei dieser Wahrsagerin (souverän und visionär gesungen von Sanja Anastasia) kippt die Optik unvermittelt – wie die zum ersten Fortissimo-Orchesterakkord eingerissene Rückwand – ins Pechschwarze. Zu Ulricas sinistrem Metier gehören in Gürbacas ...

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Opernwelt März 2012
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Hans-Klaus Jungheinrich

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