Todesengel am Klavier
Das Detmolder Landestheater ist ein Ort der Kontinuitäten: Seit zehn Jahren ist Erich Wächter dort GMD, seit acht Jahren Kay Metzger Intendant. Zusammen haben sie das Detmolder Theater zu einem viel beachteten Wagner-Haus gemacht, trotz der beengten Verhältnisse, die in dem weißen Jugendstil-Schmuckkästchen herrschen. Zwischen 2007 und 2009 wurde ein überaus schlüssiger und zudem origineller «Ring» produziert, im vergangenen Jahr ein intensiv-schnörkelloser «Parsifal».
Mit dem gemeinsamen «Tristan» krönte jetzt der Chefdirigent seine Detmolder Karriere: Während der Intendant seinen Vertrag unlängst bis 2018/19 verlängerte, endet Wächters Ära mit der laufenden Spielzeit.
Im Orchestergraben hat trotz der von ihm initiierten Vergrößerung nicht die volle Besetzung Platz, statt zwölf spielen nur acht erste Violinen. Tatsächlich wirkt der Streicherklang etwas schütter, und in den offen liegenden Passagen ist die Intonation gefährdet. Insgesamt findet das Orchester unter Wächter dennoch zu einem «Tristan-Ton», der dramatisch strömt und dessen Klarheit imponiert.
Das Regieteam beweist erneut, dass bei Wagner weniger oft mehr sein kann: Petra Mollérus hat auf die Drehbühne ein ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt August 2013
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Regine Müller
Sie haben sich respektiert. Geistesverwandte waren sie nicht. Karlheinz Stockhausen, der katholisch sozialisierte Klangmystiker aus dem Bergischen Land, und Luciano Berio, der sinnlich-sonnige Gefühlsharmoniker aus Ligurien. Und doch gab es auch Verbindendes – nicht nur den Gedankenaustausch in Darmstadt, von dem ein bekanntes Foto aus dem Jahr 1956 zeugt: die...
Mit einer Neuinszenierung von Händels «Almira, Königin von Castilien» schrieb das 1980 gegründete, alle zwei Jahre stattfindende Boston Early Music Festival im Juni die Tradition fort, wenig bekannte Barockopern im Licht aktueller Entwicklungen auf dem Gebiet der historischen Aufführungspraxis vorzustellen. Die erste Oper des Komponisten, 1705 am Hamburger...
erona kann sehr heiß sein. Nur zu gut erinnere ich mich an meinen ersten Besuch in der Arena: wir, ein Trüppchen opernbegeisterter Studienfreunde, unser Gefährt ein alter Golf, natürlich ohne Klimaanlage. Fast wäre die Fahrerin wegen der Hitze ohnmächtig geworden, aber wir schafften es bis in die Stadt, drängelten uns mit den Tagesausflüglern vom Gardasee vor dem...
