Theaterlebensnah

Bayerische Staatsoper, Dezember 1957: Hans Knappertsbusch belebt Nicolais «Lustige Weiber»

Opernwelt - Logo

Hans Knappertsbusch und München – das war ein langes, teils verworrenes und nicht immer unproblematisches Verhältnis. 1922 übernahm er, als Nachfolger Bruno Walters, die musikalische Leitung der Bayerischen Staatsoper, die er – politisch bedingt – 1937 wieder aufgeben musste. Nach dem Krieg kehrte er 1945 für kurze Zeit in sein altes Amt zurück, bevor man ihm eine braune Vergangenheit andichten wollte und ihn mit Berufsverbot belegte. Es war Georg Solti, den die Amerikaner 1946 als Chef der Staatsoper einstellten.

Später erklärte sich Knappertsbusch bereit, wieder regelmäßig in München aufzutreten, allerdings ohne festes Amt und mit einer signifikanten Auszeit: Aus Zorn darüber, dass die bayerische Regierung das zerbombte, in Trümmern liegende Nationaltheater dahinsiechen ließ, trat Knappertsbusch 1958 in einen rund anderthalbjährigen Streik.

Zu den (Vorkriegs-)Produktionen, die ihm am Herzen lagen, zählten Otto Nicolais «Die lustigen Weiber von Windsor»: Bereits 1930 hatte er sich für eine Neuinszenierung des Stücks eingesetzt. Diesem ersten Projekt war jedoch kein langer Erfolg beschieden, da die Nationalsozialisten die Oper, nicht zuletzt wegen ihres jüdischen Librettisten, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2010
Rubrik: Medien/CD, Seite 29
von Christoph Vratz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Sentiment und Action

In Texas muss alles groß sein. So hat die Dallas Opera in ihrem 53. Jahr für ihre dritte Uraufführung nach einer besonders gewichtigen Vorlage gegriffen. Den Umzug in das neue, von Norman Foster entworfene Theater feierte man letzten Oktober unverfänglich mit Verdis «Otello», jetzt wurde mit Herman Melvilles «Moby Dick» ein dicker Brocken gewuchtet, der die...

Ein Traum

An dem Vorurteil, mit dem die neapolitanischen Seria-Opern Rossinis nach wie vor zu kämpfen haben, hat die 1819 uraufgeführte «Donna del lago» keinen geringen Anteil. Doch während andere Werke aus seiner neapolitanischen Periode («Ermione», «Semiramide») inzwischen ernster genommen werden als noch vor zwanzig Jahren, steht die «Dame vom See» nach wie vor im Ruf...

Neue Ausgabe der Opernwelt

Schwerpunkt im Juli ist ein Ausblick auf die Festpiele des Sommers. Unter anderem äußert sich Salzburgs Konzertchef Markus Hinterhäuser zu den Perspektiven des Festivals an der Salzach. Ein Debüt in Bayreuth ist Anlass unseres Interviews (siehe unten). Vor allem schauen wir nach Bregenz, das sich in diesem Jahr einem zu Unrecht vergessenen polnischen Komponisten...