Symbole über Symbole
Es ist kalt im Staate Allemonde: Erstarrt und schneebedeckt sind die Natur und die grau-schwarz gesprenkelten Gemäuer, kalt und leblos sind die Seelen. Die Erstarrung zeigt sich in den Kostümen: Je älter die Figur, umso ähnlicher wird sie den Mauern. Stellvertretend für die zu echter Kommunikation unfähigen Kreaturen wird mit Puppen, Doppelgängern und Vervielfachungen kommuniziert, ein Lieblingselement von Rolf und Marianne Glittenberg. Letztere haben für Sven-Eric Bechtolfs Zürcher «Pelléas» traurige, symbolisch übersteigerte und darum nur schwer lesbare Bilder geschaffen.
Diese Bilder hängen nach, aber sie bleiben rätselhaft.
Mit der deutlichen Artikulation des Französischen, mit hellem Klang und schöner Balance in der heiklen Prosodie bildet Isabel Rey eine Art Gegenpol zur Vieldeutigkeit des Szenischen. Mit Rodney Gilfry ist die Rolle des Pelléas mit einem Bariton besetzt, wodurch sich die beiden Brüder im Stimmcharakter nahe kommen. Gilfry, leicht indisponiert, vermochte der emotionalsten Partie der Oper aber kaum Konturen zu geben. Eigenes Format hat dagegen die Zeichnung Golauds durch Michael Volle, der mit seiner warmen, runden Stimme das oft Düstere, Unzugängliche der ...
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Zu ihrem 80. Geburtstag im vergangenen Jahr blieb es ziemlich still. Auch ihre exklusive Schallplattenfirma, bei der sie zwei Dutzend komplette Opern und zahlreiche Lied-Recitals eingespielt hat, sah keinen Anlass für eine Jubiläums-Edition. Dankenswerterweise hat das Label Testament in den letzten Jahren einige ihrer wichtigsten Aufnahmen auf CD neu...
Clemens Krauss, damals noch Operndirektor in Frankfurt, winkte erst einmal ab, als ihm die Deutsche Erstaufführung von Weinbergers «Schwanda, der Dudelsackpfeifer» (UA Prag, 1927) angeboten wurde. Das sei eine rein tschechische Angelegenheit, die in Deutschland keine Aussicht auf Erfolg habe. Als die Premiere dann kurz darauf im Stadttheater Breslau über die Bühne...
Ernest Blochs einzige Oper «Macbeth» ist ein Jugendwerk des später vor allem durch seine hebräische Rhapsodie «Schelomo» bekannt gewordenen Komponisten. Das Libretto von Edmond Fleg hält sich eng an die Vorlage von Shakespeares Tragödie. Selbst bei Verdi gestrichene Passagen wie die groteske Szene des betrunkenen Pförtners und den Gräuelmord an Macduffs Frau und...
