Süffige Melodik, herbe Poesie

«La Lyra d’Orfeo», «Arpa Davidica»: Christina Pluhar bezaubert mit vokaler Kammermusik von Luigi Rossi

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Christina Pluhar hat 2005 mit der Sopranistin Véronique Gens eine CD mit vokaler Kammermusik von Luigi Rossi (1597-1653) aufgenommen. Ein Rechtsstreit verhinderte damals das Erscheinen, nach dessen Beilegung die von Rossi begeisterte Pluhar sie jetzt um zwei weitere CDs mit Kantaten des diskografisch bislang nur unzureichend gewürdigten römischen Komponisten ergänzte.

Neben zwei hybriden Opern – dem mit 16 Hauptrollen alle Rekorde brechenden «Il palazzo incantato» (1642) und dem sechsstündigen «L’Orfeo» (1647) – sind von Rossi handschriftlich weit über 300 einstimmige Lieder überliefert: virtuose, theatrale, stark textbezogene Stücke, die den monodischen Stil von Monteverdis «recitar cantando» mit einer geschmeidigen Melodik verbinden und als Vorläufer der Kantate gelten, die im Laufe des 17. Jahrhunderts das Madrigal ablöste. Es handelt sich um strophische Canzonetten oder um Mischformen aus rezitativischen und ariosen Abschnitten, wobei Pluhars Auswahl Letztere, die nur ein Viertel des Überlieferten ausmachen, bevorzugt.

Rossis exklusive, für die adeligen Salons seiner Zeit bestimmte Musik war sowohl im päpstlichen Rom wie im Paris des jungen Ludwig XIV. beliebt. Hört man ...

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Opernwelt Februar 2020
Rubrik: CD des Monats, Seite 21
von Uwe Schweikert

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