Stimmenfest
Was für ein Finale! Zum Ausklang der Spielzeit setzte das Teatro Real einen bemerkenswerten Schlusspunkt, mit einem gänzlich «unspanischen» Stück: Bellinis «Puritani». Es war weniger die Inszenierung Emilio Sagis, eines studierten Anglisten, die den Erfolg begründete – die Regie blendet die politisch-historische Dimension aus, interessiert sich allein für die amourösen Irrungen der Hauptfiguren. Doch musikalisch wähnte man sich in einem Himmel, den kaum ein Wölkchen verdunkelte.
Gewiss, anfangs fremdelte der kraftstrotzende, an dramatischen Verdi-Partien, auch an Puccinis Scarpia und Wagners Wolfram geschulte Bariton des Franzosen Ludovic Tézier noch ein wenig mit den vokalen Besonderheiten des von Elvira zurückgewiesenen, zwischen Enttäuschung und Rachegefühlen schwankenden Riccardo. Die große Arie im ersten Akt («A, per sempre»), eine zwischen Piano und Mezzoforte oszillierende Klagenummer, ertönte weitgehend in Forte-Stärken. Anders Diana Damrau: Ihre Elvira war von Anfang an bei sich, und das heißt hier auch: außer sich. Die Polonaise gestaltete sie großbogig, spannte spielerisch perlende Koloraturen, die Vorfreude auf die Hochzeit mit dem jungen Lord Arturo sprach aus jedem ...
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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 38
von Thomas Urban
Herr Puhlmann, wollen Sie in Mannheim an Ihre nach fünf Jahren abrupt beendete Stuttgarter Mission anknüpfen?
Stuttgart bleibt für mich unvollendet. Nach dem Schock, den so ein Ende natürlich für die Biografie bedeutet, habe ich die ersten freien Jahre auch genossen. Doch der Wunsch war immer da, ein Opernhaus zu leiten. Und jetzt freue ich mich auf Mannheim. Mein...
Das Opernwelt-Jahrbuch
Wer ist «Sänger des Jahres»? Welcher Dirigent, welches Opernhaus hat sich in der vergangenen Spielzeit besonders ausgezeichnet? Am 30. September erscheint das Jahrbuch «Oper 2016» – mit den Ergebnissen unserer Kritikerumfrage, Künstlerporträts und Interviews. Außerdem: ein Gespräch mit Matti Salminen, Essays über Shakespeare im modernen...
An frischer Luft den Atem leicht zu heben. Ob in den sogenannten «Schanigärten» (nach dem alten Wiener Dienernamen Jean), die alljährlich zur Sommerzeit aus den Gehsteigen vor Wiens Restaurants wachsen wie Pilze nach dem Regen. Ob in den diversen Freiluftbühnen um Wien, wobei die Gast- und die Kunststätten einander kulinarisch durchaus verwandt sind. Man muss das...
