Sonne im Herzen

Juan Diego Flórez und Plácido Domingo singen populäre Songs aus Spanien und Südamerika

Opernwelt - Logo

Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, stellt sich auch bei Menschen, die ihre Freizeit bevorzugt in gut geheizten Theatern und Konzertsälen verbringen, der Winterblues ein. Die beiden neuen Alben von Plácido Domingo und Juan Diego Flórez sind ein probates Mittel dagegen. Denn der Madrilene wie auch sein in Lima geborener Sängerkollege präsentieren hier Lieder in ihrer Muttersprache, feiern die populäre Musik der iberischen Halbinsel und aus Südamerika.

Mag es dabei auch um dieselben Probleme mit dem Schicksal und der Liebe gehen, mit denen Menschen rund um den Globus hadern, werden diese Drei-Minuten-Dramolette doch von einem ganz eigenen, vitalen Rhythmus begleitet und von ewiger Sonne beschienen – zumindest in der Illusion des Publikums in nördlichen Regionen.

Beide CDs sind hörbar Herzensprojekte. Das Gitarrespielen hat Juan Diego Flórez schon in jungen Jahren erlernt, dann das Instrument aber für lange Zeit beiseite gelegt. Erst beim Abendritual mit den eigenen Kindern entdeckte er es wieder, und greift seitdem auch bei Konzerten am Ende gerne zur Gitarre, um sich selber bei peruanischen oder mexikanischen Standards zu begleiten.

Für «Besame mucho», seine ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 23
von Frederik Hanssen

Weitere Beiträge
Chamäleon

Wenn der Vorhang aufgeht, dann muss es krachen», sagt Anno Schreier in einem Radiointerview. Der Karlsruher Komponist (Jahrgang 1979) setzt nicht auf experimentelle Spieltechniken, elektronische Verfremdungen oder Geräusche, er arbeitet mit einer eher traditionellen Tonsprache, in der auch Dur-Akkorde und weit gespannte Kantilenen vorkommen dürfen. Ähnlich wie...

Stil-Zwitter

Man kann sich die Szene gut vorstellen. Wie sich der kleine Daniele, elf Jahre jung, vor dem großen Riccardo aufbaute und verkündete: Dirigent, das wolle er auch werden. Muti hat das damals, so erinnert sich der ehemalige Sängerknabe heute, vollkommen ernst genommen und aufgezählt, welche Studienfächer erforderlich sind. Heute ist für Daniele Rustioni nicht nur...

Gillett trifft... Scott Hendricks

Scott, man beschreibt Dich als «Verdi-Bariton». Ich habe aber auch schon «Texas-Bariton» gehört. Du magst keine Labels, oder?
Ich bin stolz, Texaner zu sein. Aber «Texas-Bariton»? Die Kollegin aus München ist ja auch kein «Bayerischer Sopran», der Typ aus Tulsa kein «Oklahoma-Bass». «Texas-Bariton» klingt, als käme ich lassoschwingend zu Pferde daher. So ein...