Sie sind so frei

Marc Minkowski probt in einer Turnhalle hoch über der Rhône «Fidelio». Yuri Temirkanov dirigiert in einem Zelt Prokofjew. Teenager aus aller Welt spielen um die Wette. Vier Wochen, jeden Tag. Ganz normal beim Verbier Festival

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Waschküche. Keine zehn Meter Sicht. Manchmal verschwindet alles in schlieriger Nebelwatte. Die schmucken Häuser, der schlanke Betonturm der Église, die Talstationen der Lifte. Wenn die Wolken tief hängen, existiert Verbier nur in der Vorstellung. Wie die schneegedeckten Gipfel der umliegenden Viertausender, die an ­einem klaren Tag zum Greifen nahe scheinen. Gegen Mittag: Starkregen. Es schüttet, als habe ein durchgeknallter Wettergott beschlossen, den ganzen Ort wegzuschwemmen. Runter in die Rhône, von 1500 auf 450 Meter, und dann ab in den Genfer See.

Früher Nachmittag: Der Himmel hat plötzlich blaue Flecken, spendet fahles Licht, die Bergwiesen dampfen. Und die Salle des Combins hinter dem Sportzentrum ist mal wieder voll besetzt. Ein ganz normaler Julitag, Verbier zur Festival-Zeit.

Diesmal sitzen die Jüngsten auf der Bühne, Teenager aus aller Welt, die zum Music Camp eingeladen wurden. Vier Wochen haben sie mit Daniel Harding, dem Künstlerischen Leiter des Camps, mit Jesús López Cobos und dem in Finnland lebenden russischen Dirigenten Dima Slobodeniouk ­geprobt. Mit dem Cellisten Steven Isserlis sind sie schon aufgetreten, bald werden sie ihre erste Oper spielen, «L’elisir ...

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Opernwelt September/Oktober 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 32
von Albrecht Thiemann

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