Schwalbengesang

Von Günzburg nach New York – die Sopranistin Diana Damrau

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Der Sommer hatte soeben begonnen, da ge­schah das kleine Wunder: Im Seegebiet vor Rügens Kap Arkona wurde ein etwa zwölf Meter langer Buckelwal gesichtet. Ein Ornithologe habe das Tier zwei Stunden lang beobachtet und auf seiner verirrten Bahn durch das Meer verfolgt, hieß es in einem Zeitungsbericht. Wa­rum er es tat, erklärte uns Unwissenden hernach ein richtiger Walforscher. Die Sichtung sei eine Sensation, ließ er verlauten, da zuletzt ein lebender Buckelwal vor drei­ßig Jahren vor der deutschen Ostseeküste aufgetaucht war. Was das mit Diana Damrau zu tun hat? Dazu gleich.


Was vermutlich nicht mal die Stimmforscher der Klassik wissen: Wollte man ein großartiger Opernsänger sein, wäre es durchaus empfehlenswert, die stimmlichen Qualitäten eines Buckelwals sein Eigen zu nennen. Denn dann sähe man sich in die günstige Lage gesetzt, so ziemlich alles singen zu können, was die Schöpfer klassischer Theatermusik seit Monteverdi zu Papier gebracht haben. Man wäre imstande, in fast allen erdenklichen Lagen vokale Wohlgefühle zu entwickeln und die selbigen in die Welt hinein (oder hinaus, je nach Blickwinkel) zu senden. Buckelwale gebieten über einen Stimm­umfang von sieben Oktaven, das ...

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Opernwelt Jahrbuch 2008
Rubrik: Sängerin und Sänger des Jahres, Seite 10
von Jürgen Otten

Vergriffen
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