Schöner Schein

Cavalli: Eliogabalo Paris / Palais Garnier

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Obwohl Heliogabalus nur knapp vier Jahre Kaiser war und – nach allem, was wir wissen – kaum besser als seine Vorläufer und Nachfolger im zerfallenden römischen Reich, sorgt er bis heute bei Künstlern und Historikern immer wieder für Aufregung und Anregung. Er war eben nicht nur dekadent, sondern auch jung, schön und pervers. Größenwahnsinnig, korrupt und ein Mörder war er natürlich auch.

Er heiratete ausgerechnet eine Vestalin (und weitere drei oder vier Frauen), lebte aber offen homosexuell, verknüpfte religiöse und sexuelle Praktiken, sah sich als Priester, pflegte das Androgyne, stand unter der Fuchtel seiner Mutter und Großmutter, stammte aus Syrien und mischte Rom schon deshalb auf, weil er Gebräuche seiner Heimat auslebte und den Sonnengott Heliogabal (nach dem er erst posthum genannt wurde) über Jupiter setzte. So jemand kann keine politische Zukunft erwarten. Mit 14 oder 15 (das Geburtsdatum ist umstritten) wurde er Kaiser, vier Jahre später umgebracht.

Kein Wunder dass der Dichterpriester Stefan George, der das Herrschen gewohnt war und Sakrales mit Trieben verband, sich für Heliogabalus interessierte. Auch Antonin Artaud hat ihm literarisch ein Denkmal gesetzt. Hans ...

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Opernwelt November 2016
Rubrik: Panorama, Seite 56
von Stephan Mösch

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