Schlaglichter
Mehr und mehr gehen die großen Opernhäuser dazu über, ausgewählte Neuinszenierungen durch Symposien zu vertiefen. Solche Begegnungen zwischen Wissenschaft und Praxis sind nützlich, auch wenn sie oft nur geringes Publikumsinteresse finden. Ob freilich die dort präsentierten Referate hinterher auch in Buchform dokumentiert werden müssen, darf angesichts dreier Neuerscheinungen zumindest gefragt werden.
Die Wissenschaft dominiert in dem Band, der ausgewählte Vorträge zu Hector Berlioz‘ «Les Troyens» und Ludovic Fromental Halévys «La Juive» versammelt, die auf einem von der Staatsoper Stuttgart veranstalteten Symposium aus Anlass der Premieren beider Werke in der Spielzeit 2007/08 gehalten wurden. Das geht, vor allem bei Berlioz, oft sehr ins erbsenzählende Detail – etwa über die politischen Implikationen des ursprünglichen Endes der «Trojaner» (Peter Bloom), die italienische Formensprache (David Charlton) oder die orchestralen Ressourcen an der Pariser Opéra (Hugh Macdonald). Aufschlussreicher für die Theaterpraxis sind dagegen die Überlegungen Pierre-René Sernas, ob Berlioz mit «Les Troyens» tatsächlich einen Gegenentwurf zur Grand Opéra geschrieben hat: «Ja, weil sich ‹Les Troyens› ...
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Opernwelt November 2011
Rubrik: Medien | Bücher, Seite 37
von Uwe Schweikert
Frisch getäuscht ist halb gewonnen. Er wolle mit seiner letzten Arbeit an der Komischen Oper, so erklärt Andreas Homoki, keineswegs «demonstrativ an Felsenstein anknüpfen». Wer’s ihm glaubt! Die legendäre «Füchslein»-Inszenierung von Walter Felsenstein (1956 mit Irmgard Arnold) gilt bis heute als bedeutendster Ausdruck einer großen Ära. Eine Inkunabel des...
Die Idee leuchtet ein: Da Wagner zur Entstehungszeit seines «Tannhäuser» mit den Gedanken des Anarchismus mehr als nur liebäugelte, überträgt Tobias Kratzer in seiner Bremer Inszenierung des Werks diese Idee auf den Venusberg. Woraus sich zunächst einige spannende Szenen entwickeln. Etwa die eines Banküberfalls, dessen Dramatik sich genau dem Erregungsgrad des...
Dieses Heft berichtet, unter anderem, vom Spielzeitauftakt zwischen Berlin, London und New York. Und es schließt – das freut uns, war aber nicht vorherzusehen – an viele Aspekte an, die im Jahrbuch «Oper 2011» dominierten. Zunächst setzt sich einfach eine Tendenz fort: Köln und Frankfurt, derzeit die mutigsten und ideenreichsten Opernhäuser in Deutschland, wagen...
