Schale neue Welt

Smetana: Die verkaufte Braut
Dresden | Semperoper

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Frauentag, Feiertag (wenngleich nur in der Hauptstadt), Freudentag. Ob es nun Zufall war oder hellsichtige Planung – für genau diesen Tag die Premiere von Bedřich Smetanas komischer Oper «Die verkaufte Braut» anzusetzen, besaß einen gewissen Charme, zumal mit Mariame Clément eine feministisch-aufgeklärte Regisseurin ihr Debüt an der Semperoper gab. Und wieder einmal bewies die Französin, welch feines Florett sie zu führen vermag. Doch der Reihe nach.

Denn das erste Wort hat die Musik.

Fortissimo, vivacisssimo wünscht sich der Komponist die F-Dur-Ouvertüre, ein furioses Fugato, das schon einige Dirigenten und so manches Orchester ins Schwitzen brachte. Nicht so Tomáš Netopil und die famose Staatskapelle Dresden. Messerscharfe Artikulation, pikante Akzente, ein generell erfrischender Drive – das alles ist vom Feinsten. Und etabliert mit der ausgestellten Ironie der folkloristischen Tanzeinlage durch das Ballett die Stoßrichtung dieses Abends: Vordergründig dominieren Ironie, Scherz und Satire, doch gleich dahinter lugt die herbe Kritik an einer materialistischen Gesellschaft hervor.

Clément und ihre Ausstatterin Julia Hansen haben die Geschichte in eine geschmacklos eingerichtete ...

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Opernwelt Mai 2019
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Jürgen Otten

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