Sauerbraten mit Trüffeln
Rossini gehörte nicht zu den Künstlern, die sich rasch entmutigen lassen. Was er selbst für gut hielt, behielt er auch im Falle eines Misserfolges bei. Sei es, dass er bereits geschriebene Musik einer seiner nächsten Opern einverleibte oder dass er gleich die gesamte Oper in neuer Version anderswo herausbrachte.
Nachdem sein «Maometto II», der nach dem Urteil der Rossini-Forschung eine Erneuerung der Opera seria darstellt, vor den Ohren des neapolitanischen Uraufführungspublikums (1820) keine Gnade gefunden hatte, schrieb er das Stück für Paris grundlegend um («Le Siège de Corinthe»). Diese Fassung hatte mehr Erfolg und fand schließlich als «L’assedio di Corinto» auch Eingang ins italienische Repertoire. Zwischenzeitlich hatte Rossini aber für das Publikum des Teatro La Fenice in Venedig (1822) eine Spezial-Version des Stückes hergestellt, die nach dem Geschmack des dortigen Publikums eine ausladende Ouvertüre und das obligatorische «Lieto fine» enthielt: Anna, die Tochter des venezianischen Statthalters ersticht sich nicht mehr am Grab ihrer Mutter, sondern wird mit dem Feldherrn Calbo vermählt, nachdem der brutale Maometto besiegt ist.
Diese Fassung, 2002 in Bad Wildbad wieder ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Mit seinem ersten Operndirigat im auferstandenen «Teatro La Fenice» huldigte Venedigs Musikchef Marcello Viotti seiner besonderen Leidenschaft: der Pariser «Grand Opéra». Massenets Fünfakter «Le Roi de Lahore», ein seit langem wenig gespielter Klassiker der Gattung, erlebte unter Viotti, der zugleich auch eine kritische Edition der Partitur besorgte, eine...
Die Frau ist zum Dahinschmelzen. Und für rund zwanzig Dollar zu haben. Umhüllt von dunkler Schokolade, mit gehackten Haselnüssen und Amarettokeksen in Clementinensauce. «La Diva Renée» gibt's im New Yorker Nobelrestaurant «Daniel» auf der 65. Straße. Das heißt: Es gab sie, damals, im Jahr 2000, als Renée Fleming in aller Munde war. Jetzt setzt Star-Koch Daniel...
Kein Zauberwald, sondern ein Dachboden. Das ist der Raum, den Regisseur David McVicar und Bühnenbildner Rae Smith für die Brüsseler Neuinszenierung von Brittens «A Midsummer Night’s Dream» gewählt haben. Auf diesem Dachboden regieren Oberon, Tytania und ihre Elfen. Viele alte Kommoden, staubige Sessel und Schränke: Man wähnt sich in einem romantischen Kinderfilm....
