Sasha Waltz

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Sie hat sich mit Schubert auseinandergesetzt («Improm­ptus») und Opern choreografiert («Dido & Aeneas» von Purcell, «Medea» und «Passion» von Pascal Dusapin, zuletzt «Matsukaze» von Toshio Hosokawa). Auch die Idee szenischer Konzerte hat sie auf der Bühne schon einmal durchgespielt («Jagden und Formen – Zustand 2008» von Wolfgang Rihm). Doch so weit wie in ihrer jüngsten Arbeit ist Sasha Waltz noch nie in die Kontaktzonen zwischen Klängen und Körpern, Musik und Bewegung, Geräusch und Stille vorgedrungen.

Gemeinsam mit dem Komponisten Marc Andre, den Musikern Carolin Widmann (Violine), Guy Ben-Ziony (Viola), Nicolas Altstaedt (Violoncello) und Alexander Lonquich (Klavier) sowie acht Tänzern aus acht Ländern entwickelte sie ein «choreografisches Konzert», das die tradierten Rollen aufhebt: Die Instrumentalisten agieren nicht nur als Sound-Zuträger von der Seite, sie lassen sich aktiv auf die Raum-Dialoge der Tänzer ein. Umgekehrt werden die Tänzer zu Musikern, etwa wenn sie Geigenbogen wie Ruten durch die Luft zischen lassen oder dem Schall ihrer Sprünge und Schritte nachlauschen. Das ungewöhnlichste Bild dieser Symbiose ist ein Pas de deux mit Edivaldo Ernesto und Carolin Widmann ...

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Opernwelt Mai 2012
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Albrecht Thiemann

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