Sachdienlich
Mancher Mann wäre wohl gerne jener Luftstrom aus einem New Yorker Subway-Schacht Ecke Lexington Avenue und East 52nd Street, der die Schenkel der hinreißenden Platin-Blondine umkost und das weiße Kleid sich aufreizend bauschen lässt – überschäumenden élan vital und erotisches Versprechen suggerierend. Das Foto, als Wand- und Spind-Schmuck weltweit geliebt wie in Deutschland sonst nur noch Dürers «Hase», prägte entscheidend das Image von Marilyn Monroe.
Freilich war das alles, wie man weiß – inklusive des breiten «Cheese», des scheinbar unbezähmbaren Lachens – nichts als Pose. Denn die Monroe blieb trotz ihrer vielen Beziehungen letztlich auch im Leben so einsam, wie man sie am Morgen des 5. August 1962 fand. Tot, gestorben angeblich an einer Überdosis von Barbituraten, was freilich bis heute in Zweifel gezogen wird. Mord steht in den Mutmaßungen über Marilyns Tod im Raum. Genannt werden in diesem Zusammenhang die Namen der Brüder Kennedy, auch jene einiger Mafiosi.
Das erwähnte Foto, nachgestellt mit der beflissenen Marilyn-Darstellerin Rebecca Nelsen im aufgeblähten Weißen, dient auch als Werbesignal für die Europäische Erstaufführung von Gavin Bryars’ Kammeroper «Marilyn ...
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Opernwelt Juni 2018
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Gerhard Persché
Herr Kowaljow, Sie haben als Mechaniker und bei der Feuerwehr gearbeitet, sind auch Soldat gewesen. Sind Sie rein zufällig professioneller Sänger geworden?
Es kam zunächst für mich überhaupt nicht in Frage. Von 1987 bis 1989, also noch zu Sowjetzeiten, diente ich für die Rote Armee am Nordpol und hatte das Kommando über 34 Soldaten. Eigentlich wollte ich meine...
Wie kein anderes italienisches Haus setzt das Teatro Regio in Parma auf szenische Vielfalt. Sieben Monate nach Graham Vicks hochkontroversem neuem «Stiffelio» läuft jetzt die «Tosca»-Inszenierung von Alberto Fassini (genau wie Scarpia ein sizilianischer Baron, apropos Wahlverwandtschaften), die seit ihrer Premiere 1999 Kultstatus genießt.
Wir haben die Produktion...
Über manches darf man sich bei dieser «Carmen» im Stadttheater Bern wundern. Über die Herren im Anzug zum Beispiel, die im ersten Rang dreist auf der Treppe ganz am Rand Platz nehmen. Nun, es sind Choristen, die aus dem Zuschauerraum heraus agieren. So wie José, der als artiger Premierenbesucher vorn im Parkett sitzt und sich – nachdem ihm Carmen nicht eine Blume,...
