Rettungsversuch
Als «Das Schloss Dürande», die letzte Oper Othmar Schoecks, im Frühjahr 1943 in der Berliner Staatsoper aus der Taufe gehoben wurde, kam es zu Aufwallungen.
Dass er sich für seine Uraufführung, tatkräftig unterstützt durch den Winterthurer Mäzen Werner Reinhart, mitten im Krieg mit dem ersten Opernhaus im nationalsozialistischen Deutschland zusammengetan und, mehr noch, dass er mit dem ebenfalls von Reinhart geförderten Hermann Burte einen Librettisten beigezogen hatte, der für seine völkische Einstellung bekannt war, brachte den damals 56-jährigen Komponisten in eine schwierige Lage. Das Werk fiel hochkant durch und geriet alsbald in Vergessenheit, woran auch ein Wiederbelebungsversuch durch den Dirigenten Gerd Albrecht 1993 nichts änderte. Der Ruf des Komponisten war bis weit über seinen Tod 1957 hinaus ramponiert.
Deshalb war auch schwer abzuschätzen, worum es sich bei der umstrittenen, von mancher Seite jedoch als musikalisches Meisterwerk benannten Oper handelt. Jetzt hat sich Mario Venzago ihrer angenommen. Dem Chefdirigenten des Berner Symphonieorchesters, eines tapferen (und erfolgreichen) Streiters für die Musik Schoecks und eines Interpreten mit sehr prononcierten ...
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Opernwelt August 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 28
von Peter Hagmann
59. Jahrgang, Nr 8
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752314
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Redaktionsbüro
Andrea Kaiser...
Ist es «politisch korrekt, die jüdischen Protagonisten [...] der alten Opern» heute, in einem «erneut gefährlich schwankenden Europa», wiederzuerwecken?, fragt die israelische Historikerin Fania Oz-Salzberger. Und liefert die ambivalente Antwort gleich mit: «Nein. [...] Aber wir sollten es dennoch tun.»
Oz-Salzberger setzte mit ihrem Vortrag Rahmen und Ton eines...
Merkwürdig, wie sehr wir am Musiktheater gemessen werden», sinniert Chief Executive Roger Wright. «Es ist doch nur ein Programmpunkt unter vielen.» Jedes Jahr eine große Britten-Produktion kann sich das Aldeburgh Festival gar nicht leisten: Muss man doch für eine vollumfängliche Oper nahezu doppeltes Budget ansetzen. Im Durchschnitt kosten die zweieinhalb Wochen...
