Pomp & Surprise
Große Stimmen und prunkvolle Ausstattung haben an der Met Tradition. Die Neuproduktion von Puccinis «Il trittico», die zehnte der dreißig (meist unbedeutenden) Uraufführungen an dem New Yorker Haus, stellt alles bislang Dagewesene in den Schatten – selbst Zeffirellis pompöse «Turandot». Der erstmals vom Broadway an die Met engagierte Designer Douglas W.
Schmidt hat für jeden der drei Einakter ein Bühnenbild von kolossalen Dimensionen gebaut: Das proletarische Ambiente in «Il tabarro» mit einer Brücke, die die ganze Bühne überspannt, der gefängnisartige Konvent in «Suor Angelica» und das überladene Schlafzimmer in «Gianni Schicchi» lösten spontanen Szenenapplaus aus. Und als sei es damit nicht genug, beschließen die beiden jungen Liebenden «Gianni Schicchi» in den Boboli Gärten, im Hintergrund leuchtet ein riesiges Florenz-Panorama. Überwältigung statt Poesie. Allerdings versteht es Regisseur Jack O’Brien, ein weiterer Broadway-Veteran, die Handlung sensibel und differenziert zu strukturieren. «Suor Angelica» ist dabei in den dreißiger, «Gianni Schicchi» in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts angesiedelt, doch bleibt dieser Transfer ohne nennenswerte Folgen.
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«Anleitung zum Unglücklichsein», so könnte das Stück heißen. Wie das Buch von Paul Watzlawick. Das ist die Konstellation in Felix Mendelssohn Bartholdys Oper «Der Onkel aus Boston». Der Onkel ist Vormund von Fanny. Er will sie verheiraten, doch sie hat sich unsterblich in Carl verliebt. Was tun? Nur nicht miteinander reden. Es beginnt eine turbulente...
Dass eine Frau im Rentenalter ihre Jungfräulichkeit mit Zähnen und Klauen verteidigt und dabei jede Menge Männer über die Klinge springen lässt, wäre ein reizvolles Sujet für einen psychologischen Kino-Thriller, es ist aber nicht unbedingt das Thema von Puccinis «Turandot». Die überreife Prinzessin, die Luana DeVol in Barcelona zum Besten gibt, klingt dabei noch...
Der Dichter war hingerissen. «Am Neujahrsabend hat mir Glucks ‹Iphigena auf Tauris› einen unendlichen Genuss verschafft, noch nie hat eine Musik mich so rein und schön bewegt als diese, es ist eine Welt der Harmonie, die gerade zur Seele dringt und in süßer, hoher Wehmut auflöst.» So Friedrich Schiller anno 1801. Nun weiß man, Schiller war ein Idealist. Doch...
