Plüsch, Opulenz, Fantasy
In der zweiten DVD-Staffel von Aufführungen der Metropolitan Opera greift Sony in den Fundus und präsentiert Produktionen, die teilweise älter aussehen, als ihr Entstehungsdatum vermuten lässt. Das gilt insbesondere für die Inszenierungen von Franco Zeffirelli, dem Verfechter eines traditionellen und kulinarischen Musiktheaters, das hier im Falle von «Otello» und dem veristischen Doppel «Cavalleria/Pagliacci» bereits antiquiert wirkt.
Tatsächlich stammen beide Produktionen noch aus den letzten Jahren der Ära Rudolf Bings, wurden vom Assistenten Fabrizio Melano wohl mehr verwaltet als wirklich aufgefrischt. Es entsteht der Eindruck zwar prominent besetzter, aber nur wenig inspirierter Repertoire-Vorstellungen.
Das Drama «Otello» droht im Prunk der Ausstattung, insbesondere der Kostüme, unterzugehen. Das ist schade, denn mit Jon Vickers, Cornell McNeil und Renata Scotto stand die damals bestmögliche Besetzung zur Verfügung, da alle drei Sänger auch großartige Schauspieler sein konnten. Am besten setzt sich die Scotto gegen den Breitwandstil durch, den auch der junge James Levine am Pult kultiviert. Ihre Desdemona nimmt vom ersten Auftritt an durch einen ungewöhnlichen Reichtum an ...
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Opernwelt März 2012
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Bücher, Seite 29
von Ekkehard Pluta
Dass fast alle von vornherein verloren sind, wird schnell klar. Ausstatterin Annemarie Woods, die 2011 (mit anderem Regiepartner) zwei wichtige Nachwuchspreise gewann, lässt den Figuren kaum Raum für Entfaltung – weder in ihrer zwischen Surrealismus und Expressionismus schwankenden Bühne noch in ihren historisierenden Kostümen, die das Stück ins frühe 20....
Impressum
53. Jahrgang Nr. 3
Opernwelt wird herausgegeben
vom Friedrich Berlin Verlag
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752241
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www.opernwelt.de
Redaktionsschluss dieser Ausgabe war
der 10.02. 2012.
Redaktion:
Stephan Mösch
Albrecht...
Herr Kosky, Sie werden an der Komischen Oper künftig viel Operette präsentieren. Das klingt nach Nostalgie mit hippem Anstrich...
Ich werde weder nostalgische Gefühle bedienen noch den Geist des guten, alten Metropol-Theaters in neuen Outfits beschwören. Ich will vielmehr an eine vertriebene, weitgehend verdrängte und fast vergessene Tradition erinnern, die zur...
