Personalien | Meldungen Dezember 2017
JUBILARE
Jiří Kout wurde 1937 in Novedvory bei Prag geboren. Er studierte am dortigen Konservatorium Orgel und Orchesterleitung, gewann die Internationalen Dirigentenwettbewerbe von Besançon (1965) und Brüssel (1969). Danach war er zunächst an der Pilsener Oper tätig, ehe er 1969 als Kapellmeister ans Nationaltheater nach Prag ging. Mit dem Orchester unternahm er erfolgreiche Gastspielreisen durch Europa. Ende der 1970er-Jahre emigrierte er und ging an die Deutsche Oper am Rhein, wo er bis 1985 engagiert war.
Von 1985 bis 1991 wirkte er als Generalmusikdirektor und Operndirektor in Saarbrücken. Nach einem umjubelten Dirigat an der Deutschen Oper Berlin, wo er für den erkrankten Bohumil Gregor einsprang und Janáčeks «Katja Kabanowa» übernahm, verpflichtete ihn Götz Friedrich ab der Saison 1990/91 als Ersten Dirigenten nach Berlin. 1993 ernannte ihn Intendant Udo Zimmermann zum Generalmusikdirektor der Leipziger Oper. Als sich für Kout mit dem Fall des Eisernen Vorhangs wieder die Bühnen in Prag öffneten, geriet seine Rückkehr ans Pult der Tschechischen Philharmonie nach 15-jähriger Abwesenheit «triumphal», wie die Presse konstatierte. Sein musikalisches Zuhause war seitdem geteilt ...
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Opernwelt Dezember 2017
Rubrik: Service, Seite 54
von Andrea Kaiser
Violetta hebt ihr eigenes Grab aus. Sie, die hör- und spürbar am Leben hängt, im letzten Augenblick noch das Glück der Liebe erfährt. Falsch? Oder Korrektur einer schönfärberischen Vorstellung? Eben war noch der Karnevalstrupp wie ein Spuk hereingehuscht. Das vierte Bild von Verdis «La traviata» in Daniel Kramers Basler Neuinszenierung ist der düstere optische...
«Die Zeit, die ist ein sonderbar’ Ding.» Für ihre 2001 erschienenen Lebenserinnerungen wählte Hilde Zadek diesen zentralen Satz der «Rosenkavalier»-Marschallin, ihrer Lieblingspartie, die sie in der ganzen Welt gesungen hat. «Was ist die Zeit, und warum ist sie ein sonderbar’ Ding?», fragt die Sängerin in ihrem Buch und spricht dann von den verschiedenen Phasen...
Musik eines 16-Jährigen, man fasst es ja immer wieder nicht. Und zu hören ist nicht nur, wie der Wunderknabe für seinen zweiten Mailänder Auftritt die Konventionen der Seria zwar nicht sprengte, aber wohl ausreizen, übertreffen, ja umrunden wollte. Deshalb schrieb er noch wahnsinnigere Rouladen, ausgreifendere Läufe, wildere Volten und steilere Sprünge in das...
