Perfekte Pianokultur
Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere war sie die Arabella schlechthin: Lisa Della Casa. Keine andere Sängerin war mit dieser Partie so verschmolzen wie die «Arabellissima». Lang ist’s her. Umso erfreulicher, dass es heute für diese Rolle würdige Nachfolgerinnen gibt. Und das nicht nur im Rampenlicht von Met, Scala oder Wiener Staatsoper. Marion Ammann zum Beispiel. Die Sopranistin konnte in den vergangenen Jahren an einigen mittleren Theatern große Erfolge als Isolde verzeichnen, am Theater Lübeck auch als Sieglinde im gerade heranwachsenden «Ring».
Dort gab sie jetzt ihr bemerkenswertes und zu Recht bejubeltes Rollendebüt als Arabella.
Marion Ammann verfügt über ein helles und klares Timbre, verbindet die Fähigkeit zu großen dramatischen Steigerungen mit nicht minder eindrucksvollen lyrischen Qualitäten und gebietet in allen Lagen über eine perfekte Pianokultur. Mit ihrer Lübecker Vorstellung singt sie sich in die Riege der international tonangebenden Protagonistinnen dieser Rolle. Ein Vergleich mag hier genügen: Die letzte Wiederaufnahme der Produktion an der Hamburgischen Staatsoper war geprägt durch den ebenso verdienten Triumph von Anja Harteros. Bei allen Unterschieden im Detail ...
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Herr Gerhaher, wo haben Sie den ersten Vormittag in diesem Jahr verbracht?
(schmunzelnd) Ich weiß, worauf Sie hinauswollen. Nein, nicht im Großen Musikvereinssaal in Wien. Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker habe ich mir auch nicht im Fernsehen angesehen. Ich bin kein Freund dieses Events; man muss jedem Menschen solche Idiosynkrasien zugestehen.
Was stört...
