Patchwork
Mehr als 250 Mitwirkende auf und hinter der Bühne, 490 Kostüme, 202 Perücken, 396 Paar Schuhe, 500 Kulissenteile, 42 Szenenbilder, 70 Bühnenfahrten – ein größerer Aufwand ist an der Norwegischen Nationaloper noch nie für eine einzelne Produktion getrieben worden. Geld spielte bei dieser verspäteten Uraufführung in Oslo, mit der das neue «weiße» Haus am Hafen eigentlich im April 2008 eröffnet werden sollte, offenbar keine Rolle.
Wie auch? Hatte man für den virtuos proportionierten, kühn aus dem Wasser ansteigenden Bau des norwegischen Büros Snøhetta nicht 530 Millionen Euro springen lassen? Da kann man an dem, was im Inneren passiert, nicht plötzlich sparen. Zumal am ersten großen Auftragswerk der neuen Ära, das vor zwei Jahren nur deshalb nicht im Rampenlicht stand, weil die komplexe Bühnentechnik noch nicht funktionierte. Es ging also nicht nach Kleinkleckersdorf, sondern in gut zweieinhalb Stunden um die Welt, als der norwegische Komponist Gisle Kverndokk nun endlich im voll besetzten 1358-Plätze-Auditorium jener Klangreise lauschen konnte, die ihm auf ein Libretto von Øystein Wiik nach dem berühmten Jules-Verne-Roman eingefallen war.
Kverndokk zieht alle Register: großes ...
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Andri...
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