Parallelwelten

Renate und Daniel Behle legen ein gemeinsames Recital vor

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Wenn der Vater mit dem Sohne, hieß ein tränenseliger Spielfilm aus dem Jahr 1955 mit Heinz Rühmann und Oliver Grimm. An einen Streifen mag man auch bei der Konstellation Mutter und Sohn denken, die Renate und Daniel Behles Recital Generation bietet – nämlich einen Moment lang an Loriots ersten Spielfilm Ödipussi. Doch verscheucht man diese Gedanken sofort, da die Behles bis auf die im Zentrum des Recitals angesiedelte, von Johannes Brahms vertonte schottische Ballade Edward getrennte Wege gehen. Ansonsten ist es also eher eine Parallelveranstaltung.

Der Beginn gehört der jüngeren Generation: Daniel Behle widmet sich vor allem Liedern von Brahms, aber auch Mendelssohn sowie Beethovens An die ferne Geliebte und Schumanns Ballade Belsatzar nach Heine. Dabei besticht er durch kluge Textgestaltung und Wortdeutlichkeit. Seine etwas gaumig klingende Stimme bleibt Geschmackssache; auch über die Behauptung, dass sie an jene Fritz Wunderlichs erinnere, mag man diskutieren. Renate Behle widmet sich Wolfs Mignon sowie Liszt und dreien von Wagners Wesendonck-Liedern. Sie singt mit sympathischem Einsatz, doch die jahrelange, fordernde Tätigkeit im hochdramatischen Fach scheint die Stimme Glanz ...

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Opernwelt Januar 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Gerhard Persché

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