Operraritäten auf DVD
Neben zwei deutschen, einer russischen und einer englischen Oper sind in diesem Rundblick über neue DVD-Veröffentlichungen von Raritäten des Spielplans fünf französische Bühnenwerke vertreten, aber keine einzige italienische Oper! Da scheint es fast, als gäbe es, was das Musiktheater jenseits des Rheins und seine Dokumentation angeht, großen Nachholbedarf, aber auch großes Interesse.
Vor vier Jahren hat Christophe Rousset die integrale Ersteinspielung von Jean Baptiste Lullys «Persée» vorgelegt, nun erweist eine um den allegorischen Prolog gekürzte und an einigen anderen Stellen gestraffte Version auch dessen Bühnentauglichkeit – dank einer originell historisierenden Inszenierung und eines unaufdringlichen, aber geschickten Fernsehregisseurs. Mit dem Tafelmusik Baroque Orchestra unter dem auf sehr rasche Tempi bedachten Hervé Niquet und hervorragenden, telegenen, großteils jungen Sängern ist im Elgin Theatre von Toronto die Aufzeichnung einer Inszenierung entstanden, die Lullys erotisch verwickelte Oper von 1682 um den heldenhaften Perseus und seinen Begleiter Merkur (zwei exzellente junge Haute-contre: Cyril Auvity und Colin Ainsworth), den eifersüchtigen Phineus, die in Perseus ...
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Dass Smetanas «Verkaufte Braut» nicht bloß eine buntböhmisch-sentimentale Folkloreangelegenheit ist, sondern eigentlich den ungehobelten Umgang mit dem vermeintlich schwächeren Teil der Menschheit anprangert, der vom vermeintlich stärkeren aufgrund von größeren Muskeln und neun Monaten gesteigerter Empfindlichkeit stets rücksichtslos ausgenützt wurde, haben schon...
Toscanini hat ihn ermuntert, die Kollegen Puccini und Mascagni haben ihn gelobt, aber heute wird man den Namen des Komponisten Domenico Alaleona (1881-1928) selbst in einem besseren Opernführer vergebens suchen. Seine Oper «Mirra», mit der er 1913 einen Wettbewerb gewann, die aber erst 1920 in Rom uraufgeführt wurde, verschwand trotz anfänglichen Erfolgs bald in...
Wenn zwei Königskinder sich trauen und der König dazu eine Oper bestellt, dann darf das Ganze, dem Anlass gemäß, nicht wild oder gar anstößig geraten. Für Georg Friedrich Händel half da 1736 in London ein Stoff, der uns heute beachtlich albern erscheint. Zwei Paare, die sich ihrer Zuneigung gewiss sind, stellen in zweieinhalb Stunden alles Mögliche an, um genau...
