Operette ist das Schwerste überhaupt
Frau Prohaska, Sie haben kürzlich ein Album mit Arien von Purcell, Graupner, Sartorio, Locke, Castrovillari, Händel, Hasse und Cavalli veröffentlicht. Titel: «Serpent & Fire» – ein blütenreines Konzeptalbum. Warum ist das nicht bei Ihrem Haus-Label, der Deutschen Grammophon, erschienen?
Es war dort geplant. Als sich die Führungsstruktur bei der Deutschen Grammophon veränderte, wollte man das Projekt verschieben. Dabei drohte es sich in Luft aufzulösen.
Die Termine mit dem Ensemble Il Giardino Armonico waren fixiert, also musste ich mich nach einer Möglichkeit umschauen, die CD anderswo zu realisieren. Es hat mich einige schlaflose Nächte gekostet.
Ein Intermezzo, bevor Sie zur Grammophon zurückkehren?
Ja. Allerdings hat das Label Alpha, mit dem ich «Serpent & Fire» glücklicherweise realisieren konnte, gleich weitergeplant, sodass da noch zwei weitere Programme erscheinen werden, bevor ich wieder zur Deutschen Grammophon gehe. DG ist ein exzellentes Label, bei dem ich mich bislang sehr wohl gefühlt habe. Ich glaube aber nicht, dass potenzielle Käufer heute noch unbedingt nach dem Namen des Labels urteilen.
Fühlten Sie sich optimal repräsentiert bei der Grammophon?
Das schon. Trotzdem ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Interview, Seite 82
von Kai Luehrs-Kaiser
Fast wäre Siegmund rausgeflogen. Ausgerechnet bei «Winterstürme wichen dem Wonnemond», einem Schlager des «Ring», meist auch ein Stück wohliger Lyrik, eines, bei dem man Stimme zeigen kann, ohne sich allzu viel anzustrengen. Nicht so, wenn Marek Janowski dirigiert. Dass dieser Siegmund buchstäblich von Hunden gehetzt ist, geächtet und mit dem Tode bedroht, das...
Stört es Sie, dass viele Politisches zu Israel von Ihnen hören wollen?
Das war anfangs so und für mich sehr schwer. Ich mag vieles an diesem wunderbaren Land, aber ich habe auch mit vielen Dingen Probleme. Ich fühle mich als Teil der Opposition. Aber so kann man eigentlich nur in Israel selbst auftreten, nicht außerhalb. Also spreche ich lieber über soziale Projekte...
Natürlich darf Shakespeare im Jubeljahr auch beim Glyndebourne Festival nicht fehlen: Er bekam mit «Béatrice et Bénédict» eine prominente Position im Programm. Berlioz’ letzte Oper – eine Version von «Viel Lärm um nichts» – kam 1862 in Baden-Baden heraus. Sie wird zwar gelegentlich aufgeführt, doch im Repertoire etablieren konnte sie sich bislang nicht. Auf dem...
