Oper für alle
Stéphane Lissner ist ein Virtuose des Koproduzierens. Das von ihm geleitete Festival in Aix-en-Provence sieht er als Kraftwerk, dessen Ausstrahlung bis New York reicht. Stolz ist er auf die Liste der Häuser, mit denen Zusammenarbeit besteht. Baden-Baden gehört ebenso dazu wie Londons Barbican Center, Madrid, Lissabon und natürlich Wien, wo Lissner die Festwochen prägt. Ob Aix dabei als Warmlaufstation für Gastspiele fungiert oder andere Häuser zu Vorproduzenten werden, spielt keine Rolle. Das Recht der ersten Nacht wechselt im Laufe der Kooperationen.
So kann jeder Intendant behaupten, diese oder jene sei eigentlich «seine» Produktion.
Den Vorwurf, dass Austauschbarkeit die künstlerische Physiognomie von Festivals wie Opernhäusern neutralisierte, kontert Lissner mit einem Verweis auf die Qualität: Entscheidend für das Gelingen einer Aufführung seien optimale Probenbedingungen und die Konstanz der Teamarbeit. Beides sei durch Koproduktionen in hohem Maße gewährleistet. Schon aus finanziellen Gründen wächst die Zahl der Häuser, die sich in diese Form der Arbeitsteilung einbinden. Gleichzeitig wächst freilich auch die Zahl derer, die das System als Verschiebebahnhof beargwöhnen und ...
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Wer eine zyklische Aufführung von Richard Wagners «Der Ring des Nibelungen» besucht hat, kennt sicher das Gefühl: Von Abend zu Abend wird man stärker in das Geschehen auf der Bühne hineingezogen. Die Figuren des Weltendramas erscheinen einem immer vertrauter: Wotan, Fricka, Brünnhilde, Siegmund und Sieglinde, Siegfried und Brünnhilde – alles gute Bekannte....
Nach diesen Juli-Tagen in London wird nichts mehr so sein, wie es war. Eine extreme erste Woche, wie diese Stadt sie in Friedenszeiten wohl noch nie erlebte, prall gefüllt von Leidenschaft, Euphorie und Trauer. Zunächst am ersten Wochenende des Monats das von Bob Geldof organisierte Open-Air-Konzert im Hyde Park, dessen Titel-Wortspiel «Live-8» die angestrebte...
Rossini hat ihn, unwillentlich, sein ganzes Leben lang verfolgt und schließlich aus dem Gedächtnis der Nachwelt verdrängt. Heute ist Carlo Coccia (1782-1873) allenfalls noch eine Fußnote der Operngeschichte. Dabei war der aus Neapel stammende Schüler Giovanni Paisiellos eine Zeit lang außerordentlich erfolgreich. Seine 1815 in Venedig uraufgeführte «Clotilde» hielt...
