Ohne Ballett

Flensburg | Blacher: Preußisches Märchen

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Kaum vorstellbar, dass das Stück zu Zeiten seiner Uraufführung knapp an mehreren Skandalen vorbeischrammte. So musste Boris Blachers «Preußisches Märchen», eine originelle Variante auf das «Hauptmann von Köpenick»-Thema, wegen seiner Kritik an Militarismus und Obrigkeit erst mehrere Parlamentsdebatten und Textabschwächungen durchstehen, bevor es zur Uraufführung bei den Berliner Festwochen 1952 freigegeben wurde.

Und ein geplantes Paris-Gastspiel verhinderte ein Abgeordneter mit dem Hinweis, dass es doch wohl nicht dem politischen Klima dienlich sei, «im Ausland preußische Grenadiere als Hampelmänner zu zeigen» – so, wie man sie in der Berliner Inszenierung dieser «Ballett-Oper» damals sehen konnte, nämlich als Tänzer in Strumpfhosen und mit Pickelhauben.

Kaum vorstellbar? In Flensburg scheint man dem Werk immer noch zu misstrauen. Denn mit seiner verharmlosenden Inszenierung hat Henning Bock dem «Preußischen Märchen» viel von der politischen Brisanz, die es zumindest untergründig auch heute noch haben könnte, genommen. Aus der reizvollen Mischung der «Ballett-Oper» mit ihren verfremdendenden Tanzszenen ist eine «Oper» – wie sie jetzt auf dem Programmzettel untertitelt ist – ohne ...

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Opernwelt Juli 2012
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Gerhart Asche

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