Nirwana des Schönklangs

Strauss: Salome in Barcelona

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Über den Charakter seiner Salome war sich Oscar Wilde im Arbeitsprozess lange unschlüssig. War sie nun eine Femme fatale wie auf den Gemälden Leonardo da Vincis und Gustave Moreaus, die ihn sehr inspirierten, oder eine Femme fragile wie auf einem Bildnis Bernardino Luinis? «Ihre Wollust muss unermesslich, ihre Pervertiertheit grenzenlos sein», notiert er einmal. Doch an anderer Stelle behauptet er wieder: «Ihre Schönheit hat nichts Sinnliches … in ihren Pupillen leuchtet die Flamme des Glaubens.

» Tatsächlich lässt Wilde in einem frühen Entwurf des Stückes Salome als Jüngerin Jesu enden.
Die Faszination, die von der Figur in der Opernfassung ausgeht, erklärt sich gerade aus der Dialektik von «fatale» und «fragile», von Grausamkeit und kindlicher Unschuld. Sängerinnen wie Ljuba Welitsch, Christl Goltz und Inge Borkh, später auch Anja Silja haben in der Nachkriegszeit unser Bild von der Figur geprägt. Mit großer Spannung wurde deshalb das Rollendebüt von Nina Stemme in Barcelona erwartet.
Nina Stemme ist weder vom Typ noch vom Stimmcharakter her eine Kindfrau. Wenn sie in Guy Joostens Neu-Inszenierung im weißen Kleidchen, mit blondem Pferdeschwanz, neckisch herbeihüpft, so ist dies ...

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Opernwelt August 2009
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
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