Nichts als überwältigen

Nach der Premiere in Mexico City kommt Franz Abrahams Monumental-«Aida» nach Europa

Opernwelt - Logo

Er hat es schon eine Nummer kleiner probiert. 1992 zum Beispiel, als er für acht Tage Frontleute aus Klassik und Pop zusammenholte. Gidon Kremer und Philip Glass, Laurie Anderson und Lou Reed spielten damals im Münchner Gasteig auf. Das «Art Projekt» entzückte alle, die beteiligten Musiker, das Publikum, die Rezensenten. Bloß den Produzenten «brachte es fast um». Die Kommune hatte nämlich ihre Finanzierung storniert: Sechshunderttausend Mark Minus in der Kasse wurden für Franz Abraham zum Wendepunkt.

«Von da an», bekennt er entwaffnend offen, «wollte ich nur noch Sachen machen, mit denen sich Geld verdienen ließ.» Zwei Jahre später machte er mit «Carmina Burana» Gewinn. Open Air, auf dem Münchner Königsplatz, auf mächtig gewaltiger Bühne, mit gewaltig vielen Akteuren.
«Mega» ist in der vergilbten Back­stage-Kammer, in der sich der Manager interviewen lässt, nichts: Stuhl, Tisch, zwei Sessel, als Aschen­becher ge­nügt eine halbvolle Cola-Dose. Es gibt repräsentativere Räume im Auditorio Nacional, der größten Veranstaltungshalle in Mexiko City. Zehntausend Besucher finden hier Platz, was man nun allerdings «mega» nennen muss. Zur Premiere von Abrahams neuem Coup sitzen neuntausend in ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2006
Rubrik: Magazin, Seite 30
von Frank Kallensee

Vergriffen
Weitere Beiträge
Opernelixier

Die Idee ist bestechend, ihre Ausführung bewundernswert. Wie wäre es, überlegte vor gut zehn Jahren der britische Musiktheater-Aficionado Mike Gibb, wenn Informationen über das Operngeschehen auf der ganzen Welt zuverlässig, umfassend, schnell und möglichst gratis im Internet zur Verfügung gestellt werden könnten? Gedacht, getan: 1996 startete Gibb den bis dato...

Editorial

Komische Oper Berlin, ein Sonntagnachmittag im November. Intendant Andreas Homoki hat zu einer Uraufführung geladen – und das Haus ist bis auf den letzten Platz belegt. Das gefühlte Durchschnittsalter des ­Publikums liegt irgendwo zwischen sechs und zwölf. Auch das Team, das hier eine neue «Pinocchio»-Oper des italienischen Komponisten Pierangelo Valtinoni...

Im Puppenheim

Halle macht sich, Halle schmückt sich. Anlässlich ihres 1200-jährigen Bestehens scheut die Stadt an der Saale kaum Anstrengungen, um in den Blick der Öffentlichkeit zu gelangen, zumal in kultureller Hinsicht. Hochkarätige Ausstellungen hat es in diesem Jahr bereits ­gegeben, eine Einladung zum Berliner Theatertreffen für eine Inszenierung des «neuen theaters», dazu...