Nicht verwirren lassen!
Wenn ein Herr Knecht und ein Herr Remmele in Schwaben eine Oper schreiben, dann erwartet man nicht gerade ein weltläufiges Werk. Der Blick in Remmeles Libretto der «Aeolsharfe» verstärkt den Eindruck. Es gibt eine Melilla und eine Melitta, eine Bulline und einen Bull – der manchmal auch zärtlich «Bullchen» genannt wird. Dass diese 1808 von Justin Heinrich Knecht komponierte, vieraktige Oper nie aufgeführt wurde, liegt allerdings nicht an den merkwürdigen Namen der Protagonisten und wohl auch nicht an der lausigen Handlung.
Schuld waren eher Intrigen gegen den aus Biberach an den Stuttgarter Hof gekommenen Komponisten, die ihn nach nur achtzehnmonatiger Amtszeit wieder zurück in seine Heimatstadt brachten. Aber auch dort blieb Knechts Oper unaufgeführt.
Da musste schon Frieder Bernius kommen, um das Manuskript in Tübingen zu entdecken und für drei konzertante Aufführungen einzurichten. Der rührige Stuttgarter Dirigent ist Experte für musikalische Ausgrabungen und hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer wieder Schätze der Musikgeschichte gehoben wie beispielsweise Johann Gottlieb Naumanns Oper «Aci et Galatea». Das von ihm 1987 unter dem Namen «Internationale Festtage Alter ...
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