Nicht nur Segelschiffe vor Vollmond
Gleich am ersten Abend gibt es ein farbiges, lebendiges Kontrastprogramm: Nach dem «Don Quixote» von Richard Strauss, einigen abenteuerlich ineinanderfließenden Szenen aus dem «Rosenkavalier», mit dem die Finnische Nationaloper Helsinki in der Turun Konsert-titalo gastiert (Ritva-Liisa Korhonen singt die Marschallin, Lilli Paasikivi ist Oktavian, und Tiina Vahevaara ist Sophie), ergeben sich kontroverse Gespräche mit finnischen Opernkomponisten wie Kalevi Aho (dessen Monodrama «Die Schüssel» 2006 in Turku uraufgeführt wird) und Mikko Heiniö (siehe Kasten).
Danach – kaum sind pünktlich zum Beginn des einwöchigen Musikfestivals endlich wieder Sommer und Sonne eingekehrt – feiert die Stadt bei Biergarten-Temperaturen die halbe Nacht: mit Feuerschluckern und Dudelsackpfeifern, Pop-, Rock- und Volksmusik auf vielen Plätzen, in den bis Mitternacht geöffneten Museen und auf einer Imbiss- und Bier-Meile am Ufer des Aurajoki.
Die Kneipen, die hier oft nach ihrer ehemaligen und noch heute sicht- und erlebbaren Einrichtung benannt wurden, sind selbst an einem ganz normalen Donnerstag lange Zeit rappelvoll: «Old Bank» in großartiger Art-Déco-Architektur; das «Koulu» (Schule), ein ...
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Dominik Neuners Bühnenbilder, die er selbst für seine Inszenierungen schafft, haben hohen Wiedererkennungswert. Wie bei der «Elektra» im April gab es auch beim «Troubadour» in Kassel eine gewaltige Schuttwüste, die sich aus abstrakten geometrischen Elementen aufschichtete, Rahmen, Ebenen, Höhlen, bestimmt vom «männlichen» rechten Winkel. Einziger Fremdkörper ein...
Alexander von Zemlinsky ist in der argentinischen Kapitale so gut wie unbekannt. Von seinen wichtigen Werken war in Buenos Aires lediglich die «Lyrische Symphonie» zu hören (1997). Die Maeterlinck-Lieder, die Quartette, das Trio – all dies harrt nach wie vor einer Aufführung. Das Gleiche galt bis vor kurzem für Zemlinskys Opern. Erst der ehemalige Colón-Intendant...
Die Masse torkelt. Es baumeln die Arme, es wippen die Knie. Thebens Volk scheint verzaubert. Gott Dionysos hat es verführt. Wie ein Chor aus Bhagwan-Jüngern zieht es dahin, und Dionysos, der rachsüchtige, hinterlistige Gott, trägt ein Dauergrinsen zur Schau. In Köln haben die «Bassariden» Einzug gehalten, und das erstmalig. Man hat sich für die revidierte Fassung...
