Nicht nur «Meistersinger»
Es dauert noch etwas, bis der auf Vorschuss verliehene Titel «Bayerisches Staatstheater» im fränkischen Nürnberg wirklich eingelöst wird. Doch der neue Name schmückt schon mal das Haus, auch wenn der Freistaat erst 2009 die Hälfte der Subventionen übernimmt, die bis dahin weiter mehrheitlich aus der klammen Stadtkasse kommen. Oberbürgermeister Ulrich Maly hatte also Recht, als er beim Jubiläumsständchen fürs hundertjährige Nürnberger Opernhaus neulich nicht bloß die zweite Stimme im Loblied von Ministerpräsident Edmund Stoiber übernehmen wollte.
Tatsächlich dürfte die halbstaatliche Zukunft schwerlich die kurvenreiche Geschichte des städtischen Musiktheaters in Nürnberg übertreffen.
Was war doch möglich zu Zeiten, da in der Gesellschaft noch längst nicht der heutige Wohlstand herrschte, aber offenbar Einvernehmen darüber herzustellen und zu bewahren war, dass dieser Ort – unabhängig von der Frage, ob Nürnberg noch mit «des Reiches Schatzkästlein» kokettierte, sich als «Stadt der Reichsparteitage» spreizte oder mit allmählich schwindendem Stolz als «Arbeiterstadt» firmierte – ein so exotisch luxuriöses Institut brauchte. 1905 war es der teuerste Opernhausneubau in ganz Europa. Als ...
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Dieses Buch kann ich nicht genug rühmen; es enthält die holdseligsten Blüthen des deutschen Geistes und wer das deutsche Volk von seiner liebenswürdigen Seite kennen lernen will, der lese diese Volkslieder. […] Auf dem Titelblatte jenes Buches ist ein Knabe, der das Horn bläst; und wenn ein Deutscher in der Fremde dieses Bild lange betrachtet, glaubt er die...
Die jüngste Produktion des Badischen Staatstheaters hat wieder einmal erwiesen, dass die künstlerisch Verantwortlichen bei der Spielplangestaltung meist viel zu vorsichtig und bequem vorgehen. So etwa bei Tschaikowsky, dessen musiktheatralisches Œuvre sich mit «Onegin» und «Pique Dame» noch lange nicht erschöpft. Vor wenigen Jahren hatte seine «Zauberin», ein bis...
Offensichtlich macht es dem Kölner Opernchor unbändig Spaß, einmal so richtig die (Rampen-)Sau rauszulassen – und über grünen Bierkästen aus Plastik eine virtuose Summ-, Stöhn-, Würg- und Kotznummer darzubieten. In den einhundertzehn pausenlosen Minuten von Jan Müller-Wielands neuester Oper ist das ein einsamer Höhepunkt, erzkomisch in jeder Hinsicht und...
