Nicht nur für Nostalgiker
Bis weit in die 60er-Jahre hinein wurden italienische Opern selbst an den größten deutschen Bühnen in der Landessprache gegeben. Entsprechend waren auch auf dem Schallplattenmarkt deutsch gesungene Querschnitte und Gesamtaufnahmen mit einheimischen Künstlern eine echte Alternative zu den Importen mit Callas, Tebaldi & Co. Die von Herbert von Karajan, später auch von August Everding zügig vorangebrachte Internationalisierung des Opernbetriebs, bei der die Verwendung der Originalsprache obligatorisch war, wurde zunächst als Befreiung aus provinzieller Enge gefeiert.
Dass sie auch eine Nivellierung der nationalen Interpretationsstile mit sich brachte, wurde erst viel später bemerkt.
EMI hat jetzt zum Verdi-Jahr die alten Electrola-Aufnahmen aus den 50er- und frühen 60er-Jahren (ergänzt durch einen Don Carlos-Querschnitt von 1973) neu aufgelegt und in einer 10-CD-Kassette versammelt, die nicht nur für Nostalgiker von Interesse ist. Denn sie zeigt, dass es so etwas wie einen deutschen Belcanto durchaus gab und erfüllender Verdi-Gesang keine Frage der Sprache ist.
Der populäre Tenor Rudolf Schock, damals bei Electrola als «Allzweckwaffe» eingesetzt, deckt hier als Herzog und Alfred nicht ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 25
von Ekkehard Pluta
Vor der Opéra Bastille demonstriert eine dichte Menschenmenge für die Homoehe, es erfordert Geduld und Körpereinsatz, sich überhaupt den Weg ins Theater zu erkämpfen. Da macht die Biederkeit der neuen Pariser Carmen doch recht betroffen: Söldner in beigen Uniformen treffen in einer Lagerhalle auf Tabakarbeiterinnen, deren bunte Trägerhemdchen unterm offenen Kittel...
Herr Selig, spielen Sie eigentlich noch Orgel?
Ab und an. Aber nicht mehr in der Kirche. Seit ein paar Jahren habe ich zu Hause eine digitale drei-manualige Kirchenorgel. Leider finde ich selten genug Zeit zu spielen.
Was haben Sie von der Orgel fürs Singen mitgenommen?
Direkt vom Instrument wenig.
Vom Kirchenmusiker zum Sänger ist der Weg aber so weit nicht…
Gesungen...
Zum Auftakt lautes Telefonklingeln. Kein Handy, denn auf der Bühne springt ein Anrufbeantworter an: Michael, Tanja Ariane und Paula sind nicht zu Hause, tönt es vom Band. Doch dann stürmen sie schon ins schicke Loft: Michael Nagy (Giulio Cesare), Tanja Ariane Baumgartner (Cornelia) und Paula Murrihy (Sesto) samt Partygefolge. Die Stimmung kippt, als ein Geschenk...
