Naturstimmen

Lübeck | Wagner: Siegfried

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Dass «Siegfried» ein – wie Wagner selbst schreibt – «heiteres Werk» sei: Anthony Pilavachis Lübecker Inszenierung unterstrich diesen Gedanken mit Nachdruck. Und Günther Rennerts Ausspruch: «Der arme Siegfried begegnet lauter alten Säcken» legitimiert den Regisseur zusätzlich, wenn er die Oper in «Dr. Mimes Altersheim» spielen lässt und daraus auch komödiantisches Kapital gewinnt.

Unter diesen Voraussetzungen besitzt der dritte Lübecker «Ring»-Abend einigen Unterhaltungswert: wenn etwa im ersten Akt der skurrile Heimleiter Mime mit allerhand pyromanischen Zauberkunststückchen in seiner Alchemistenküche experimentiert oder bei Siegfrieds Rückkehr aus dem Wald von einem possierlichen Bären beschnüffelt wird; wenn im zweiten Fafner sich als monströser, buddha-ähnlicher Berg aus Fett und Falten entpuppt (Kostüme: Angelika Rieck), der sich ebenso komisch wie bedrohlich in einer Ecke seines Zimmers aufgebaut hat, begleitet von den Kontrastfiguren eines elegant-geschmeidigen, lebenden Python und einem als goldener Drachen aufgeputzten Minihündchen; oder wenn der Waldvogel sich als attraktive, kürzestberockte Altenpflegerin präsentiert.
Aber auch tiefgründigere Gedanken lassen sich, so zeigt ...

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Opernwelt November 2009
Rubrik: panorama, Seite 53
von Gerhart Asche

Vergriffen
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