Narren in Tränen
Die Zahlen sind imponierend: 140 Tonnen schwer und 14 Meter hoch ist das Bühnenbild zu Verdis «Rigoletto» auf der Seebühne Bregenz. Acht Millionen Euro ließen sich die Festspiele am Bodensee diese Kulisse kosten – und erfüllten damit erneut die an sich selbst gestellte zentrale Forderung: Open-Air-Spektakel mit höchstem Schauwert anzubieten.
Drinnen im Festspielhaus gibt es wieder das selten gespielte Fundstück, diesmal Massenets «Don Quichotte» – eingerichtet als feministische Studie über Männer-Bilder
Entspräche das künstlerische Gewicht der neuen «Rigoletto»-Inszenierung bei den Bregenzer Festspielen dem zentralen Motiv des Bühnenbilds, einem beweglichen Clownskopf mit roter Stupsnase über dem zirzensischen Spielrund, dann müsste man nur in Superlativen von ihr sprechen: 140 Tonnen bringt die beinahe 14 Meter hohe Skulptur mit klimpernden Augen und gefräßig malmendem Kiefer samt Hydraulik und Hebekran auf die Waage. In der Liste der spektakulären Bühnenbilder der Seefestspiele setzt die Bühne von Philipp Stölzl und Heike Vollmer – zu der auch seitlich aus dem Wasser ragende bewegliche Riesenhände der Titelfigur gehören, denn der Maskenkopf ist der des Narren Rigoletto – eine ...
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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Im Focus, Seite 20
von Götz Thieme
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Vom 30. August bis 19. September 2019 lockt wieder das in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker veranstaltete Musikfest – ein internationales Orchestertreffen, zu dem u. a. das Orchestre Révolutionnaire et Romantique, Concertgebouw Orchestra, Ensemble Modern, BBC Symphony Orchestra, London Symphony Orchestra und Orchestre Les Siècles erwartet...
Die Idee ist bezwingend charmant und poetisch. Ein «organisierter Traum» sollen die Salzburger Festspiele nach dem Willen ihres Intendanten Markus Hinterhäuser sein, und ebenso eine «Education sentimentale» aus dem Geiste Flauberts. Ein hoher Anspruch, der sich im Grunde nur dialektisch lösen lässt im Angesicht der in diesem Jahr programmierten Bühnenwerke. Vieles...
