Namenlose Freude
er Intendant erscheint schon am Nachmittag im Frack. Keine Zeit mehr, um sich umzuziehen zwischen Hausrundgang, Gespräch und Premierenbeginn. Schließlich gibt es viel zu erzählen, zu zeigen, zu erklären im schmucken neuen Heim. Endlich mal ein Musentempel, der nicht geschlossen, sondern (wieder)eröffnet wird. Und so leuchten sie zu Recht, die Augen Anton Nekovars.
Seit 2005 steht er an der Spitze des Theaters Vorpommern, das aus den Spielstätten in Greifswald, Stralsund und Putbus besteht und sich seit jeher immer ein bisschen als benachteiligte Schwester des Mecklenburgischen Landestheaters in Schwerin fühlt. Nekovar sieht es mit Ingrimm. Doch der gelernte Schauspieler ist ein echter Theatermann vom alten Schlag. Und er ist Wiener. Mit Charme und Verve führt er sein Amt, und er fühlt sich wohl hier unter den als stur- und starrköpfig geltenden Nordostlichtern. Entscheidendes Plus: Nekovar ist omnipräsent, er geht ins Gasthaus, er geht zu den Parteien, er geht zum Lions Club. Er will die Leute davon überzeugen, dass Theater wichtig ist, nein: lebensnotwendig.
Gerade in dieser Region. Es ist kein Geheimnis, dass Mecklenburg-Vorpommern zu den strukturschwächsten Regionen ...
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«Die Soldaten» wiedergehört. Ohne Szene. Das Stück läuft ja bei der RuhrTriennale mit riesigem Erfolg und wird in der Bochumer Jahrhunderthalle ständig wiederaufgelegt. Auch bei Willy Decker in Dresden war es ein Erfolg, ebenso bei Harry Kupfer in Stuttgart, Hans Neuenfels in Berlin. Vielleicht geht es den «Soldaten» so wie Debussys «Pelléas»: Das Stück wird wenig...
Paul Dukas’ «Ariane et Barbe-Bleue» ist einer der großen Opern-Solitäre des beginnenden 20. Jahrhunderts – ein musikalisches Meisterwerk, das gleichberechtigt neben Debussys «Pelléas et Mélisande» und Strauss’ «Salome» steht. Wesentlichen Anteil an der Faszination, die das Werk ausstrahlt, hat der rätselhafte Text des belgischen Symbolisten Maurice Maeterlinck,...
Sie hatte einen wunderbar präzisen Humor. Als Inga Nielsen, noch ganz junge Sängerin, einen Vorsingtermin bei Herbert von Karajan bekam, war sie verständlicherweise aufgeregt. Der Maestro mit den stahlblauen Augen fixierte sie scharf und sagte etwas wie: «Nun seien Sie doch nicht nervös. Wir wollen nur ein bisschen Musik machen.» Sie konterte: «Wären Sie etwa nicht...
