Namenlose Freude

Nach aufwändiger Restaurierung wird das Theater Stralsund mit «Fidelio» wiedereröffnet.

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er Intendant erscheint schon am Nachmittag im Frack. Keine Zeit mehr, um sich umzuziehen zwischen Hausrundgang, Gespräch und Premierenbeginn. Schließlich gibt es viel zu erzählen, zu zeigen, zu erklären im schmucken neuen Heim. Endlich mal ein Musentempel, der nicht geschlossen, sondern (wieder)eröffnet wird. Und so leuchten sie zu Recht, die Augen Anton Nekovars.

  Seit 2005 steht er an der Spitze des Theaters Vorpommern, das aus den Spielstätten in Greifswald, Stralsund und Putbus besteht und sich seit jeher immer ein bisschen als benachteiligte Schwester des Mecklenburgischen Landestheaters in Schwerin fühlt. Nekovar sieht es mit Ingrimm. Doch der gelernte Schauspieler ist ein echter Theatermann vom alten Schlag. Und er ist Wiener. Mit Charme und Verve führt er sein Amt, und er fühlt sich wohl hier unter den als stur- und starrköpfig geltenden Nordostlichtern. Entscheidendes Plus: Nekovar ist omnipräsent, er geht ins Gasthaus, er geht zu den Parteien, er geht zum Lions Club. Er will die Leute davon überzeugen, dass Theater wichtig ist, nein: lebensnotwendig.
Gerade in dieser Region. Es ist kein Geheimnis, dass Mecklenburg-Vorpommern zu den strukturschwächs­ten Regionen ...

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Opernwelt April 2008
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Jürgen Otten

Vergriffen
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