«Nacht der Seele»
Ausgerechnet die Uckermark, das denkt er sich heute belustigt. Ein Exil, durch das Hans-Jürgen von Bose auf Jahre hin zur Randexistenz verdammt war. Die Kontakte schliefen ein, die Kompositionsaufträge versickerten. Gut, da war die Pension der Münchner Musikhochschule für ihren Ex-Professor. Aber kann das einen Hochkreativen befriedigen? Hans-Jürgen von Bose raffte sich irgendwann auf – und kehrte zurück in die Stadt, die mit so unguten Erinnerungen verbunden ist. «Ich sagte mir erst: nie wieder München! Und dann wollte ich einfach dort erneut Fuß fassen, wo ich aufgehört habe.
»
Recht unrühmlich vollzog sich damals der Abschied von der Institution, an der Hans-Jürgen von Bose zwischen 1992 und 2007 Komposition lehrte. Höhepunkt dieser Zeit war 1996 die Uraufführung von «Schlachthof 5», einem Auftragswerk der Bayerischen Staatsoper. Doch dann wurde eine tückische Erkrankung an der Hypophyse festgestellt. Von Bose war nicht mehr stressresistent, galt als depressiv, musste starke Medikamente nehmen – und wurde in Frühpension geschickt. Der in München Ausgemusterte floh daraufhin nach Norden.
Heute redet der 57-Jährige sehr offen über die «tiefe Nacht der Seele», wie er die gerade ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Magazin, Seite 73
von Markus Thiel
«Modern people» – in mehreren Sprachen und teilweise spiegelverkehrt ist dieses
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moralische Antwort zu geben. Sie streiten über ihr...
Unter den 768 Werken von Franz Liszt, die in Grove’s Dictionary of Music verzeichnet sind, finden sich rund achtzig Lieder – von Nummer 269 bis 350. Bevor er das erste schrieb («Angiolin»), hatte er schon Lieder von Rossini, dann vor allem von Schubert transkribiert. Über seine frühen Lieder bemerkte Liszt in einem Brief, sie seien «meistens zu aufgebläht...
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