Musiktheater für die Ohren
Musiktheatralisches begibt sich in Salzburg nicht nur auf den Brettern der Festspielhäuser, die «Konzertoper» liebt die Kirchen der Stadt, so die barocke Kollegienkirche. Die tief gestaffelte Akustik unter der Riesenkuppel des Kirchenraums wird zum «Handlungsträger» von Klangwundern. Und Luigi Nonos monumentaler «Prometeo» zum Appell, Musiktheater rein für die Ohren entstehen zu lassen.
Schließlich war das von Nono «Tragödie des Hörens» genannte Stück schon 1993 am selben Ort aufgeführt worden, innerhalb der damals von Markus Hinterhäuser begründeten Gegenwartsreihe «Zeitfluss».
Jetzt zum zweiten Mal «Prometeo», wieder unter Ingo Metzmachers Leitung, mit Klang-
regisseur André Richard, der schon bei der Uraufführung mit dabei war, als Nono seine verzweigte Prometheus-Mythologie mit Hilfe elektronischer Klangkomponenten des Freiburger Experimentalstudios des SWR in Schwingungen versetzte. Dass «Prometeo» jetzt noch einmal die Kollegienkirche durchfluten konnte, war erneut die Idee Hinterhäusers. Konzertchef ab 2007, hatte er vier Sommer lang die Reihe zeitgenössischer Musik «Kontinente» betreut. Sein zweiter «Prometeo» öffnete den Fünften Kontinent.
Bezeichnend für die Ästhetik des ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Im Fokus, Seite 8
von Wolfgang Schreiber
«Alles steht und fällt mit der Medea» – eine Binsenweisheit für jede Aufführung von Euripides’ Tragödie. Sie gilt natürlich auch für Luigi Cherubinis gleichnamige Oper von 1797. Francesca Zambello, Intendantin des Glimmerglass Festivals, traf eine glänzende Wahl, indem sie mit Alexandra Deshorties eine bemerkenswerte Sängerdarstellerin engagierte. Die Stimme der...
Normalerweise beginnt Wagners «Ring» damit, dass drei mehr oder weniger gut gebaute Damen in den Tiefen des Rheins einen Zwerg anmachen und sofort wieder abstoßen. Seit Patrice Chéreaus Deutung ist der Rhein oft vertrocknet oder einfach ein Bordell, was schade ist, aber der Musik nicht widerspricht. Wagner hat zwar die Entstehung des Lebens vom Nullpunkt (dem...
ARTE
1./7./13./19.9. – 6.00 Uhr
Beethoven: Hammerklaviersonate.
Verbier Festival 2008. Jean-Frédéric Neuburger.
2./8.9. – 6.00 Uhr
Annette Dasch und die Gretchenfrage.
Konzert mit ausgewählten Arien aus dem Herkulessaal der Münchner Residenz. Münchner Rundfunkorchester, Marc Piollet.
4.9. – 6.00 Uhr
19.9. – 5.00 Uhr
Die nächste Generation.
Film von Mark Kidel über Alfred...
