Mozart und Makeba
Am 2. Februar 1990 mittags saßen wir im Büro von Angelo Gobbato, dem Direktor der Capetown Opera, um ihn für «Opernwelt» zu interviewen. Und hörten Radio. Denn F. W. de Klerk, der damalige Staatspräsident Südafrikas, hielt jene historische Rede, in der er die Freilassung Nelson Mandelas, die Aufhebung des Verbots des Afrikanischen Nationalkongresses und das Ende der Apartheid ankündigte. Gobbato selbst war seiner Zeit voraus gewesen, hatte stets versucht, schwarze Südafrikaner ins Operngeschehen von Kapstadt einzubinden.
Natürlich, meinte er, sei Oper als Kunstform westlich, «weiß», und sicherlich bedeute sie einer schwarzen Bevölkerung, die sich ethnisch-kulturell auf ureigenste Art äußere, zuerst einmal wenig. «Aber wir müssen die abendländlische Musik zur Koexistenz mit dieser Kultur bringen, müssen für das Musiktheater hier eine völlig neue Form finden ...»
Ein Vierteljahrhundert später liegt mit dem Debüt-Recital von Pumeza Matshikiza zwar keine neue Form, aber durchaus ein Beispiel der erwähnten Koexistenz vor. In «Pumeza – Voice of Hope» stellt sie Arien aus Opern Puccinis und Mozarts afrikanischen Liedern und Songs gegenüber. Nach Pretty Yende ist Pumeza Matshikiza eine ...
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Opernwelt Juni 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 25
von Gerhard Persché
Vor acht Jahren ging für Richard Bradshaw ein Traum in Erfüllung: Das Four Seasons Centre öffnete seine Pforten, das erste Theater in Kanada, das eigens für Oper und Ballett ausgelegt war. Ein Bau mit exzellenten Sichtlinien und erstklassiger Akustik, der Platz für mehr als 2000 Besucher bietet. Der langjährige Chef hatte endlich ein adäquates Haus für die größte...
Wir sind nicht fröhlich oder traurig. Wir sind fröhlich oder gewalttätig.» So hat Stephen King, der king of horror, das amerikanische Lebensgefühl einmal zugespitzt. Disneyland und Todesstrafe. Mörderische Spaßgesellschaft. Aus dieser Richtung scheint sich in Köln Regisseur Viestur Kairish dem Weber’schen «Freischütz» genähert zu haben. Der Wettstreit zwischen...
Einen windungsreichen Weg legte der in Kissingen geborene Klaus Schultz zurück, um an die Spitze dreier Theater zu gelangen. Um die Eltern zu beruhigen, erlernte er den Brotberuf des Bibliothekars – der Sammler kostbarer Raritäten und Originalhandschriften verleugnete diese Anfänge nicht, und wenn man in die wunderbare Intendantenbibliothek im Münchner...
