Monstertrachten, Feuerzungen
Das Stück beginnt lange vor dem Stück. Während die freilufterfahrenen und mit Kissen ausgerüsteten Schweriner ihre Plätze suchen, tummelt sich das «Freischütz»-Volk schon auf der Bühne. Es lacht und trinkt, die Mädchen machen schöne Augen, die Männer zielen auf eine Scheibe. Die Ouvertüre setzt ein, alle geben die Bühne frei für das Orchester, allerdings nur im übertragenen Sinne: Sichtbar sind die Musiker nicht. In den vergangenen Jahren war die Präsenz der Mecklenburgischen Staatskapelle bei den Schlossfestspielen optisch immerhin zu ahnen.
Jetzt sind die Musiker hinter den Kulissen verschwunden. Platz für einen Graben gibt es nicht. Auf dem Alten Garten, dem traditionellen Spielort, wird dieses Jahr gebaut, und so sind die Schlossfestspiele ins Freilufttheater im Schlossgarten ausgewichen, wo normalerweise Rock- und Pop-Konzerte stattfinden.
Trotz des Kompromisses eine glückliche Entscheidung. Das Amphitheater wirkt wie eine (Wolfs-) Schlucht, die wichtigsten Kulissen stellt die Natur selbst in Form herrlicher alter Bäume bereit. Bühnenbildner Lutz Kreisel braucht nur einige romantische Klosterruinen – modelliert nach den Ruinen des mecklenburgischen Klosters Eldena – ...
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Opernwelt August 2011
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Udo Badelt
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