Mit leichter Hand
Man mag an der nur dreijährigen, mit Ablauf dieser Spielzeit schon zu Ende gehenden Bremer Intendanz von Hans-Joachim Frey manches auszusetzen haben – eines muss man dem Kurzzeit-Manager zugute halten: seinen Einsatz für die Moderne. Die dritte Uraufführung präsentierte er nun seinem hanseatischen Publikum, das ihm bereits bei den ersten Teilen dieser Trias nicht etwa die Gefolgschaft verweigert hatte, sondern ins Neue Schauspielhaus geströmt war.
Was auch diesmal kaum anders sein dürfte: Bernd Redmanns «Die Gehetzten», als «musiktheatrale Farce» untertitelt, verspricht nicht nur ein künstlerischer, sondern auch ein Kassenerfolg zu werden.
Dabei biedert sich das 90-Minuten-Werk nicht an. Es ist eine klug gemachte, kenntnisreiche Collage, in der es um die Scheinhaftigkeit unserer heutigen Lebensart geht. Die Presse, das Finanzwesen, die Religion, das omnipräsente Internet – alles bekommt sein Fett weg in teils satirischer, teils komödiantisch spöttischer, dabei durchaus nicht immer klischeefreier Form. Frech, aggressiv und witzig gemacht, bisweilen auch blasphemische Kalauer nicht scheuend, wenn es im pervertierten Glaubensbekenntnis etwa heißt: «Oh heiliges Datennetz, web uns ein ...
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