Mit leichter Hand

Bremen: Redmann: Die Gehetzten

Opernwelt - Logo

Man mag an der nur dreijährigen, mit Ablauf dieser Spielzeit schon zu Ende gehenden Bremer Intendanz von Hans-Joachim Frey manches auszusetzen haben – eines muss man dem Kurzzeit-Manager zugute halten: seinen Einsatz für die Moderne. Die dritte Uraufführung präsentierte er nun seinem hanseatischen Publikum, das ihm bereits bei den ersten Teilen dieser Trias nicht etwa die Gefolgschaft verweigert hatte, sondern ins Neue Schauspielhaus geströmt war.

Was auch diesmal kaum anders sein dürfte: Bernd Redmanns «Die Gehetzten», als «musikthea­trale Farce» untertitelt, verspricht nicht nur ein künstlerischer, sondern auch ein Kassenerfolg zu werden.

Dabei biedert sich das 90-Minuten-Werk nicht an. Es ist eine klug gemachte, kenntnisreiche Collage, in der es um die Scheinhaftigkeit unserer heutigen Lebensart geht. Die Presse, das Finanzwesen, die Religion, das omnipräsente Internet – alles bekommt sein Fett weg in teils satirischer, teils komödiantisch spöttischer, dabei durchaus nicht immer klischeefreier Form. Frech, aggressiv und witzig gemacht, bisweilen auch blasphemische Kalauer nicht scheuend, wenn es im pervertierten Glaubensbekenntnis etwa heißt: «Oh heiliges Datennetz, web uns ein ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2010
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Gerhart Asche

Vergriffen
Weitere Beiträge
Yes, she can

Das ging den New Yorker Verlegern und Broadway-Produzenten dann doch etwas zu weit: Ein Neger will eine Oper schreiben! Sicher, 1911 war Scott Joplin ein national bekannter Pianist, der «King of Ragtime», der mit «The Entertainer» oder dem «Maple Leaf Rag» echte Hits gelandet hatte – doch für den Vorstoß eines Farbigen ins seriöse Musiktheater-Genre war die Zeit...

Glasperlenspiel

Den 1981 veröffentlichten Roman «Bliss» von Peter Carey für das Musiktheater heranzuziehen, ist eine erstaunliche Wahl. Ein disparates, solipsistisches Prosawerk, das für die Bühne ungeeignet scheint. Man spürt die Problematik, wenn man Amanda Holdens Libretto liest. Struktur und Stil eines Textes tragen nicht unwesentlich zum Gelingen (oder Scheitern) der auf eben...

Spurensucher

Das Cover von Claudio Cavinas «Poppea»-Einspielung ist ein Akt posthumer Wiedergutmachung: Unter dem fett gedruckten Namen Claudio Monteverdis werden dort noch die venezianischen Komponisten Francesco Cavalli, Benedetto Ferrari und Francesco Sacrati als bislang identifizierte Miturheber des Erfolgsstücks aufgelistet, der letzte Posten in der Reihe lautet: «and...