Mit Bayreuth wird man nie fertig

Streifzüge durch Generalproben, zum Kinder-Gral und nach «Wahnhall», wo endlich das neue Richard Wagner Museum eröffnet wurde

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I.

Ist er es? Sitzt er da wirklich wieder vor dem Weihenstephan? Dem Hotel nicht weit vom Bahnhof, in dem er, so erzählt man in Bayreuth, jedes Jahr zur Festspielzeit absteigt? Ja, er ist es wirklich. Ein wenig missmutig blinzelt René Kollo (77) in die Sonne. Diese Hitze! Den Rotwein hat er fast geleert, die Zigarre ist fast aufgeraucht. Nur noch eine Stunde bis zur Generalprobe «Götterdämmerung». Auf dem Hügel haben wir ihn dann aber nicht gesehen.

Auch nicht, als Kirill Petrenko im Festspielhaus die anderen drei «Ring»-Teile ein letztes Mal vor der Premiere durchging. Erst hinterher war er wieder da. Unten im Weihen­stephan.

Es ist still geworden um René Kollo. Lange her, seit er oben Lohengrin, Stolzing, Parsifal, Siegfried gesungen hat. Und Tristan. Das letzte Mal 1982. Unter Daniel Barenboim, in der Inszenierung von Jean-Pierre Ponnelle. Gestaute Zeit, hemmungsloses Schwelgen, molto legato. Alles passé, sagen die verkniffenen Augen. Den Kram, der heute so in Bayreuth durchgeht, hat Wagner nicht verdient, sagt die gefurchte Sorgenstirn. Egal. Sobald die Musik spielt auf dem Hügel, muss er in der Nähe sein.

Kurz vor Mitternacht. Kollo hat sich zurückgezogen. Am Nebentisch ...

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Opernwelt September/Oktober 2015
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Albrecht Thiemann

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