Mezzomanie
Elina Garanca – so hat sie es jüngst in dieser Zeitschrift erklärt – möchte keine Diva sein. Als eine solche aber wird sie, in Kleidern von Escada und Schmuck von Cartier, von ihrem Platten-Label im Booklet ihrer neuesten CD präsentiert. Dem Beispiel von La Bartoli folgend konzentriert sie sich im klug komponierten Programm auf Belcanto-Opern von Rossini («Tancredi», «Maometto II»), Bellini («Adelson e Salvini», «I Capuleti e i Montecchi») und Donizetti («Lucrezia Borgia», «L’assedio di Calais», «Roberto Devereux», «Dom Sébastien», «Maria Stuarda»).
Was wir hören, ist eine Fülle großer, meist vergessener, stets aber, wie etwa im Falle von Donizettis bedeutendem Spätwerk «Dom Sébastien», zu Unrecht unbekannter Musik. Garanca demonstriert ihre glänzende Kunst nicht nur in Arien, sondern auch in kompletten Ensembleszenen. Mit ihrer leicht ansprechenden, tragfähigen Stimme bewegt sie sich elegant durch den Koloratur-Parcours des Trinklieds aus «Lucrezia Borgia», verleiht der machtbewussten englischen Königin Elisabetta aus «Maria Stuarda» härtere Konturen, schwärmt im empfindsamen Romanzenton aus Bellinis Erstling «Adelson e Salvini» und verziert die zweite Strophe der Cabaletta des ...
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Ein Knall, ein Fall. Als man den Einschlag einer Bombe hört, rauscht der vor dem Orchestergraben hochgezogene Vorhang zu Boden und enthüllt den Besuchern im Parkett, was die in den oberen Rängen, für die das Tuch nicht die ganze Bühne verhüllte, schon wussten: dass das Orchester bei diesem «Nabucco» sich oben befindet, auf einer Tribüne über einer länglichen Box....
Der belgische Komponist Philipp Boesmans (Jahrgang 1936) hält unerschütterlich an der traditionellen Literaturoper fest. Raumklang, Klangtheater, Hör-Stücke, womit viele aktuelle Komponisten bevorzugt experimentieren, interessieren Boesmans nicht. Er braucht ein gutes Theaterstück, aus dem sich ein operngerechtes Libretto herstellen lässt. Solche Stücke hießen bei...
Bis vor wenigen Jahren war sie noch auf der Bühne aktiv, und wer weiß, ob sie, die wir anlässlich ihres 75. Geburtstags als «komödiantisches Urgestein» gewürdigt haben, nicht noch einmal dorthin zurückkehrt. Mit dem Theater ist sie aufgewachsen, im Theater hat sie mehr als ein halbes Jahrhundert gewirkt. Dabei hat die Stimme in 57 Bühnenjahren diverse...
