Menschlich, allzu menschlich

Wagner: Lohengrin Basel / Theater

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Telramund sucht Elsa vor Lohengrin zu verstecken. Die beißt dem Intriganten dafür nach Kräften in die Hand. Vor dem großen Hochzeits-Event steigt die Truppe ins Dampfbad, werden vom Heerrufer in der Kluft des Stabsarztes Gewicht und Schädelumfang kontrolliert. Zuvor hatte der die darbende Menge aus der Gulaschkanone versorgt. Den Brabantern geht’s mies, und der Putz in Jens Kilians romanischem Kirchenschiff, das diesem Basler «Lohengrin» Rahmen und Überbau bietet, bröckelt nach all dem Kriegszwist gewaltig.

Verständlich, dass das Personal sich im Braut­gemach eine Kissenschlacht liefert. Und noch ein Augenblick, beinahe versteckt: Als Ortrud Lohengrins Frageverbot hört, kann sie sich ein schadenfroh-trumphierendes Lächeln nicht verkneifen. Es ist, als wolle sie sagen: Da pack’ ich Elsa, ich träufle ihr Misstrauen und Zweifel ein. Schon bei des Mädchens Traumerzählung hatte Ortrud sich halbtot gelacht. Elsa trägt anfangs eine Zwangs­jacke – vermutlich, weil sie allzu inflationär von den merkwürdigen Wundertaten des fernen Rettungsritters zu fantasieren pflegt. Mit den überlangen Ärmeln ahmt sie den Flügelschlag eines Schwans nach. Das hatte zuvor schon ihr vermeintlich umgebrachter ...

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Opernwelt Dezember 2013
Rubrik: Panorama, Seite 33
von Heinz W. Koch

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