Mehr als die Stimme seiner Meister
Zwischen Komponisten und Interpreten hat es vielfältige Symbiosen gegeben. Man denke an die tenorale Attraktivität Richard Taubers für Franz Lehár. Erst recht wären einige Werke Benjamin Brittens nicht ohne die Partnerschaft mit dem Tenor Peter Pears entstanden. Und Dietrich Fischer-Dieskau ist als Bariton-Charakter durch Henzes «Elegie für junge Liebende» und Reimanns «Lear» in die Operngeschichte eingegegangen. Nicht vergessen werden darf auch der Bassbariton William Pearson in seiner identifikatorischen Funktion fürs experimentelle Musiktheater Henzes, Kagels und Ligetis.
Doch auch die Generation danach hatte ihren pionierhaften Opern-Protagonisten – den englischen Bariton Richard Salter. Von seinen Anfängen her hätte man dies nicht unbedingt vermutet. Begonnen hatte er als Gründungsmitglied (1968) der legendären King's Singers. Aus dieser später kommerzialisierten A-cappella-Sphäre löste sich Salter bald heraus, um zur charismatischen Figur radikaler Opern-Moderne zu werden. Wobei es womöglich gerade seine Herkunft aus der Madrigal-Kammermusik war, die ihn zur Bühnen-Avantgarde brachte. Natürlich hat er wichtige Partien seines Fachs auch an größeren Häusern gesungen: Mit seinem ...
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Dass Musik das Herz ergreift, den Atem raubt, zu Tränen rührt – solchen Formulierungen haftet schnell der Ruch des Klischees, des Kitsches, des Sentimentalen an. Und die Vorbehalte gegen eine Rhetorik der Gefühlsemphase haben gute Gründe. Zum einen, weil diese Emphase von der Werbung vereinnahmt und dort zur Absatzförderung eingesetzt wird. Zum anderen, weil...
An drei Orten gleichzeitig wurde «Der Silbersee» am 18. Februar 1933 uraufgeführt: in Magdeburg, Erfurt und Leipzig, dort unter Tumulten – keine drei Wochen nach der Machtergreifung Hitlers und vier Wochen, bevor Weill Hals über Kopf vor der Gestapo nach Frankreich fliehen musste. Regie führte in Leipzig Detlef Sierck, der später als Douglas Sirk in Hollywood...
Neues Musiktheater ist selten lustig. Im Raumklang findet Lachen keinen Platz. Deswegen gebührt der japanischen Komponistin Misato Mochizuki allein schon dafür Dank, dass sie ihrer ersten Beschäftigung mit dem Musiktheater ein heiter-witziges, zugleich mit etwas tieferer Bedeutung ausgestattetes Libretto zugrunde legt. Der Titel ihrer Kammeroper klingt...
